Leseempfehlung: „Sächsische Zeitung“ über Twitter im Stadtrat

Leseempfehlung: Die „Sächsische Zeitung“ berichtet heute unter der Überschrift „Digitale Hilferufe aus dem Stadtrat“ über Twitter im Dresdner Stadtrat. Zitat: „Rund 600 sogenannte ‚Followers‘ zählen zu Schmelichs Stammleserschaft. Zum Vergleich: In eine durchschnittliche Stadtratssitzung verirren sich allerhöchstens fünf Zuhörer.“

In der Geschichte sind ‚die üblichen Verdächtigen‘ genannt (in Klammern der Twittername und die Zahl der Follower, Stand: 28.5.2010, 10:54 Uhr):

Michael Schmelich von den Grünen (@Rathaus_Dresden, 547), Sabine Friedel, SPD (@sabinefriedel, 499), Patrick Schreiber, CDU (Schreiber_DD, 249) und André Schindler, FDP (@andreschindler, 398) – vergleiche auch unsere Berichterstattung vom November 2009: „#StaDDrat: Warum ein Hashtag für den Stadtrat Sinn ergibt„. Gibt es inzwischen schon weitere Stadträte, die Twitter nutzen?

Schön jedenfalls, dass die „SZ“ das Thema aufgreift. Vielleicht wäre noch gut gewesen zu erwähnen, dass nicht jeder Follower immer alle Tweets liest – die Reichweite von Michael Schmelich etwa nicht mit jedem Tweet automatisch fast 600 Leser bedeutet. Andererseits gibt es viele Menschen, die Mitlesen, ohne Follower zu sein – sind die Twitter-Accounts doch alle öffentlich zu lesen.

Ganz gleich, wie gering die Leserzahlen pro Twitter-Stream (derzeit noch) anmuten mögen: Die Twitterei verschafft der Arbeit des Stadtrats weitere Aufmerksamkeit – das ist im Sinne der Demokratie erstrebenswert. Die Twitterei erweitert dem einfachen Leser die Informationsaufnahme über die normale Medienberichterstattung hinaus – sie verschafft dem wichtigen Gremium mehr Platz in der Wahrnehmung der Bevölkerung. Hier deutet sich an, wie das Internet die Politik verändern kann – man stelle sich nur einmal vor, dass in einigen Jahren jeder der vier mehrere Tausend Follower hat… unverständlich, warum die Überschrift der „SZ“ so negativ ist („digitaler Hilferuf“).

Anmerkung am Rande: Schmelich wird mit den Worten zitiert: „Einmal hatte ich eine Information getwittert und eine halbe Stunde später hatte eine Nachrichtenagentur eine Meldung dazu gemacht“. Gern korrigiere ich mich, unterstelle aber einfach mal, er meint diese Geschichte hier im Blog: „DMG: Bettina Bunge folgt auf Bossert (Update!)„. Blog, lieber Herr Schmelich, das hier ist ein Blog – keine Nachrichtenagentur! ;-)

Weitere Artikel des Autors

Eine Antwort to “ Leseempfehlung: „Sächsische Zeitung“ über Twitter im Stadtrat ”

  1. Lieber Peter, ich kenn den Unterschied zwischen Blog und Nachrichtenagentur sehr genau. Gemeint war ein Tweet aus meinem Prozess in Sachen FDP Wahlkampofvideo, der allerdings nicht von rathaus_dresden vertweetet wurde.

Antwort hinterlassen

Du kannst folgende XHTML tags nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>