Im Swissotel zur Kurtaxe debattiert

Presseclub Dresden im Swissòtel
Über eine Stunde währte der verbale Schlagabtausch um die Dresdner Bettensteuer zwischen dem Stadtrat Johannes Lichdi (Grüne) und Tourismusverbandschef Johannes Lohmeyer. Wenn auch nur einer der anwesenden Presseclubmitglieder und Gäste gehofft hatte, darauf eine endgültige Antwort zu finden, musste enttäuscht werden.

Die Entscheidung soll wahrscheinlich im April im Stadtrat fallen und wird sicherlich endgültig erst vor Gericht geklärt.

Das Swissotel Dresden Am Schloss, das kurz vor seiner Eröffnung vor drei Jahren schon einmal Gastgeber war, hatte die Clubmitglieder eingeladen. Inzwischen wählten Gäste das Swissotel am Schloss zum zweiten Mal zum schönsten oder
besten Hotel Deutschlands. Davon konnten sich die Anwesenden während eines Rundgangs mit der Verkaufsdirektorin Corinne Miseer selbst überzeugen. Was das Swissotel vor allem auszeichnet, ist die intime, ruhige Atmosphäre im Haus, die Zimmer sind schlicht und edel. Auf jeder Etage entdeckt der Gast Dresdner Motive, die auf die Stadt einstimmen. Hotelmanager Kevin Furrer erinnerte an die Pläne und Visionen vor drei Jahren. Fast alle erfüllten sich. Vor allem die durchschnittliche Auslastung liegt bei über 80 Prozent.

Das war im vorigen Jahr. Dieses Jahr könnte es anders sein, weil Dresdens Image durch die „Demonstrationskultur“ leiden könnte. Johannes Lohmeyer sprach von einem befürchteten Buchungsrückgang von bis zu 25 Prozent. Die Debatte um die Kurtaxe, Kulturabgabe, Bettensteuer oder Heimatabgabe, wie es Grünenpolitiker Lichdi formulierte, verlief schließlich im Nirgendwo. Es offenbarten sich viele ungeklärte Probleme, die mühsam in den nächsten Wochen gelöst werden müssen.
Stadtrat und Stadtverwaltung müssen sich stets aufs Neue miteinander abstimmen oder aufeinander einstimmen, um die Steuer durchzusetzen. Die Stadt braucht die Einnahmen, sie sind im Haushalt zum Beispiel für die Sanierung von Schulen oder den Ausbau von Kinderbetreuung bereits eingeplant, erklärt Johannes Lichdi.
Verbandsvertreter Lohmeyer hält dagegen, dass der zweitstärkste Wirtschaftszweig der Stadt nach der Halbleiterindustrie nicht unnötig belastet werden darf. Viele ähnliche Steuermodelle in Deutschland haben rechtlich keinen Bestand, weil die Einnahmen nicht dem Fremdenverkehr bzw. dem Stadtmarketing zugute kommen, sondern dem Stadthaushalt für andere Zwecke dienen sollen.
Da sich das Swissotel zum zweiten Mal dem Presseclub als perfekter Gastgeber
präsentiert hat, kann man sich gern auch ein drittes Mal vorstellen. Für Wellness- und Beautyangebote steht das Haus sowieso allen Dresdnern offen.

 

Text: Manfred Hermann, Fotos: Ralf U. Heinrich

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