Ein Stadion für Alle – Presseclub schaut hinter die Dynamo-Kulissen

Dynamo

Training, Heimspiel, Rückspiel, Relegationsspiel. Dynamo-Fans, Hooligans, Kirchentag, Zeugen Jehovas. Ausbildungsmesse der Arbeitsagentur, Lagezentrum von Polizei und Rettungsdienst am 13. Februar. Hochzeitsarena und Kindergeburtstagswiese. Der immergrüne Rollrasen des Glücksgasstadions am Großen Garten wird stark strapaziert, aufwendig gepflegt und ist für Gäste deshalb meist zum ‚Betreten verboten‘. Nach jedem Spiel flicken drei Platzwarte mit 500-2.000 kreisrund ausgestochenen ‚Rasenplätzchen‘ das etwa 7.000 Quadratmeter große Grün. Dazwischen wird bei Bedarf Wasser gesprengt oder gesandet um die Bodenlüftung zu gewährleisten.

Das Gebäude selbst ist großzügig ausgelegt, besitzt mit Catering, Lounge, Konferenzraum, Lift, Bar und Sanitärräumen eine ausgezeichnete Infrastruktur und ist deshalb vielseitig verwendbar. „Der Unterhalt des Gebäudes soll sich aus Veranstaltungen zusammensetzen“, sagt Stadion-Manager Hans-Jörg Otto bei Rundgang und Diskussion mit Mitgliedern des Presseclubs Dresden in Moderation des ehemaligen Stadionsprechers Holger Scholze. „Aber“, ergänzt der Stadionchef, „wenn wir im Juni erst von der Deutschen Fußball-Liga den Spielplan für etwa 35 Spieltage bekommen, können wir so kurzfristig keinen Konzertveranstalter mehr ansprechen, um das Stadion zu vermieten.“ Die derzeitige finanzielle Handhabung zwischen Landeshauptstadt, Sponsoren und Dynamo-Verein (15.000 Mitglieder), sei mit 6,2 Millionen Euro für die 2. Liga alljährlich ein Tropfen auf den heißen Stein.

Das Sicherheitskonzept wurde inzwischen wesentlich verbessert. „Ich lege meine Hand dafür ins Feuer“, versichert engagiert Dynamo-Präsident Andreas Ritter, „dass der Opa, der mit seinem Enkel zum Dynamo-Spiel geht, auch unversehrt wieder nach Hause kommt.“

Text und Foto: Roland Fröhlich

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