Frank Viereckl verlässt Leipzig Fernsehen

Nun hat der Verkauf von Studio Leipzig an Sachsen Fernsehen wohl doch personelle Konsequenzen: Der bisherige Chefredakteur und Geschäftsführer Frank Viereckl, der eigentlich als Studioleiter übernommen werden sollte, schmeißt nach eigener Darstellung hin.

In einem Bericht der Leiziger Volkszeitung vom 20.9.2008, der presseclub-dresden.de per Mail zugesandt wurde (und der leider nicht Online zu finden ist, Link siehe unten), begründet er seinen Schritt wie folgt: „Es wird all das in Frage gestellt, wovon ich überzeugt bin.“ Weiter schreibt die LVZ: „Außerdem sollte er einen normalen Redakteursvertrag unterschreiben – ohne Kompetenzen. Was heißt: Er hätte auch mit kleiner Kamera losziehen müssen. Denn künftig sollen nur noch sogenannte VJs das Programm bestellen: Leute, die alles machen – drehen, schneiden, vertonen, moderieren und Werbung verkaufen. ‚Dafür stehe ich nicht zur Verfügung. Ich bezweifle auch, dass so das Programm verbessert werden kann. Solche VJs gibt es nämlich überhaupt nicht.'“

Laut dem Bericht übernimmt bis auf weiteres Heinrich Lennart, bisher Chef vom Dienst, den Job von Viereckl kommissarisch. Mit dem Eigentümerwechsel sind außerdem diverse Programmänderungen geplant:

„So sollen, wenn die Verträge ausgelaufen sind, das Kinomagazin ebenso verschwinden wie Jeanie-X (für Jugendliche) und Kunos (für Oldiefans), alle in Hamburg produziert. Bereits gekippt wurde die Erotik-Nacht“, so die LVZ.

Sachsen-Fernsehen-Geschäftsführer René Falkner verteidigt seine Programmstrategie: „Ich lege mehr Wert auf lokale Nachrichten als auf Magazine von außerhalb. Seitdem wir das bei Dresden Fernsehen so machen, ist die Reichweite um 50 Prozent gestiegen.“

Die Überschrift der LVZ-Geschichte heißt: „Aufregung bei Leipzig Fernsehen“.

Nachtrag: Beim Blog farbfernsehen.tv findet sich ein Scan des Berichts aus der LVZ samt inhaltlicher Bewertung. Den vollständigen Text der LVZ-Geschichte gibt es außerdem im Forum Digitalfernsehen. Dort ist auch der LVZ-Text zur vorangegangenen Geschichte zum Verkauf von Studio Leipzig zu finden. Danke für die Hinweise!

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