Der Presseclub Dresden war zu Gast in der Synagoge

Foto: Bettina Klemm

Alexander Nachama habe schon immer den „frühen Einstieg“ geliebt. Der erst 29-Jährige ist seit November 2012 Rabbiner in der jüdischen Gemeinde Dresden. Damit hat die Gemeinde seit mehr als 70 Jahren wieder einen eigenen Rabbiner. Zuvor hat Nachama bereits mehr als 13 Jahre als Kantor in Berlin gearbeitet.

Der hochgewachsene Mann stammt aus einer liberalen Rabbiner-Familie und besuchte eine deutsch-amerikanische Schule. Er stehe persönlich für ein modernes Judentum. Er fühle sich jedoch der Haltung und Tradition der Dresdner Gemeinde verpflichtet, deren fast 750 Mitglieder zum großen Teil aus dem russischsprachigen Raum stammen.

Alexander Nachama führte die Mitglieder des Presseclubs Dresden am 10. Januar zunächst durch die Synagoge. Dort erläuterte er die Thora – die fünf Bücher Moses, aus denen während der Gebete gelesen wird. Fünf dieser handgeschriebenen Thorarollen werden im Schrein aufbewahrt, der sich in der Rückwand der Synagoge verbirgt.

Vor mehr als zehn Jahren wurde die Neue Synagoge Dresden nach den Plänen der Architekten Wandel, Lorch und Hirsch gebaut. Mehrere unserer Mitglieder hatten sich im 1996 gegründeten Förderkreis für den Aufbau eingesetzt. Das äußere Bauwerk der Synagoge soll an einen Tempel erinnern, während im Inneren die Assoziation eines Stiftszeltes lebendig wird.

Unmittelbar neben der Synagoge befindet sich das Gemeindehaus, in das Nachama die zahlreich erschienenen Presseclubmitglieder zur Diskussion einlud. Moderiert von Viola Klein erfuhren wir viele über die Gemeinde.

Zum jüdischen Leben in Dresden zählt seit 2007 die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden. Für deren Anliegen, Werke verfemter jüdischer Komponisten aus der Vergessenheit zu holen und zu spielen, hat der Vorstand, „400.000 Euro zusammengebettelt und 35 Konzerte zu spielen“, wie es Dr. Claus Dieter Heinze nannte. Aber es werde immer schwieriger, Unterstützer zu finden. Fakten und Hintergründe über die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden finden Sie hier als PDF.

Das nächste Konzert findet am 18. Januar um 19 Uhr im Festsaal des neueröffneten Richard-Wagner-Museums im Jagdschloss in Graupa statt. Unter Leitung von Chefdirigent Michael Hurshell erklingen Werke von Richard Wagner, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt und Franz Schreker. Der Eintritt kostet 25 Euro. Bettina Klemm

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