Das war der 18. Sommerschwatz des Presseclub Dresden:

Kühle Temperaturen, aber warme Gespräche: Der 18. Sommerschwatz des Presseclub Dresden hat einmal mehr gezeigt, welche besondere Kraft im persönlichen Austausch liegt. Rund 100 Gäste aus Politik, Medien, Kultur und Gesellschaft kamen zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Gedanken zu teilen und neue Perspektiven zu gewinnen. Gerade in Zeiten, in denen viele Entwicklungen gleichzeitig herausfordern, ist es umso wertvoller, Räume zu schaffen, in denen Begegnung, Dialog und gegenseitiges Zuhören möglich werden. Dass so intensiv „geschwatzt“ wurde, lag aber nicht nur an den aktuellen Themen, es lag auch an der offenen Atmosphäre, an der Neugier der Gäste und an dem spürbaren Wunsch, miteinander verbunden zu bleiben.

Kulinarisch wurde der Abend auf hohem Niveau vom Team des INNSiDE by Meliá begleitet. Eine große Weinauswahl vom Kaiserstuhl aus der Vulkanregion, Sushi von Sushi & Wein sowie Getränke und Biercocktails von Radeberger und Oppacher rundeten das Angebot ab und machten den Abend auch genussvoll zu einem besonderen Erlebnis.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte Multiinstrumentalist George Pesek, organisiert über die Jazz- und Eventagentur Gabriele Kaul.

Am Ende bleibt die Erinnerung an einen Abend, der mehr war als ein sommerliches Netzwerktreffen. Er war ein Zeichen dafür, wie wichtig persönliche Begegnungen sind, besonders in bewegten Zeiten. Denn echter Austausch entsteht dort, wo Menschen sich Zeit nehmen, einander zuzuhören, Fragen zu stellen und miteinander im Gespräch zu bleiben.

Ein herzliches Dankeschön an alle Gäste, Sponsoren sowie Unterstützer, die diesen Abend möglich gemacht und mit Leben gefüllt haben

Fotos: Anke Wolten-Thom

Social Media: Trends, Zukunft und Herausforderungen

Social Media ist längst kein Zusatzkanal mehr. Es ist Öffentlichkeit, Service, Krisenkommunikation, Reichweite, Community-Arbeit und manchmal auch Zumutung.

Beim Clubabend des Dresdner Presseclubs haben wir genau darüber gesprochen: „Social Media – Trends, Zukunft und Herausforderungen“. Zu Gast waren Andreas Szabó, Social-Media-Berater und Journalist, sowie Ilja Almendinger, Content- und Strategiemanager in der Onlineredaktion der Landeshauptstadt Dresden.

Ein paar Gedanken, die mir aus dem Abend besonders hängen geblieben sind:

Social Media ist nicht automatisch für alle die Lösung. Aber wer junge Zielgruppen, Bewerberinnen und Bewerber, Kundschaft oder eine eigene Community erreichen will, kommt kaum noch daran vorbei. Entscheidend ist nicht, überall zu sein, sondern den richtigen Kanal für das richtige Ziel zu nutzen.

Gleichzeitig hat sich Social Media stark verändert. Von „sozialen Netzwerken“ zu sprechen, greift 2026 kaum noch. Viele Plattformen funktionieren weniger über persönliche Verbindungen, sondern über algorithmisch gesteuerten Medienkonsum. Was hängen bleibt, bekommt Reichweite. Was nicht in Sekunden Aufmerksamkeit erzeugt, verschwindet.

Besonders spannend war der Blick auf kommunale Kommunikation: Die Stadt Dresden nutzt Social Media nicht nur, um Pressemitteilungen anders zu verpacken, sondern um Themen direkt zu erklären, Fragen aufzugreifen und eine Community aufzubauen, die selbst mitdiskutiert und Falschinformationen einordnet. Gutes Community-Management ist dabei kein Nebenjob, sondern ein zentraler Teil glaubwürdiger Kommunikation.

Auch über Trends haben wir gesprochen: kurze Videos, Hochkant-Formate, WhatsApp-Kanäle, LinkedIn, YouTube als Suchmaschine, mehr Persönlichkeit vor der Kamera — und den Gegentrend zur Hochglanzproduktion. Gerade in Zeiten von KI gewinnt echte, menschliche Kommunikation wieder an Wert.

Für den Journalismus bleibt die Frage besonders drängend: Wenn Öffentlichkeit zunehmend auf Plattformen stattfindet, kann Journalismus dort nicht fehlen. Oder zugespitzt: Social Media killt den Journalismus nur dann, wenn der Journalismus dort nicht stattfindet.

Vielen Dank an Andreas Szabó und Ilja Almendinger für die offenen Einblicke, an alle Gäste für die Diskussion und an den Dresdner Presseclub für den Abend.

Text und Bild: Erik Töpfer

Das Erich-Kästner-Museum „Spitz auf Knopf“ vor der Schließung

„Resignation ist kein Gesichtspunkt“, sagte Andrea O’Brien beim Clubabend des Dresdner Presseclubs im Erich-Kästner-Museum. „Aber der Selbstschutzknopf ist in der Nähe.“ Besser ließe sich dieser Abend kaum zusammenfassen. Denn wir sprachen mit der Leiterin des Hauses nicht nur über die Geschichte eines besonderen Museums, sondern auch über einen Ort, der für kulturelle Bildung, bürgerschaftliches Engagement und die freie Szene in der Stadt steht. Und nun um seine Existenz bangen muss.

Was das Haus so besonders macht, erklärte O’Brien gleich zu Beginn: Es ist kein klassisches Literaturmuseum, sondern ein Ort der aktiven Entdeckung. Über sechs Jahre hinweg entstand aus Spendengeldern, Sachleistungen und viel Beharrlichkeit ein Museum, das seine Besucher nicht zu passiven Rezipienten machen will. Mehr als 500 Exponate in Schubladen, Hörstationen und mobilen Elementen laden dazu ein, sich Kästners Werk selbst zu erschließen. Der Nutzer werde hier – ganz im Sinne Kästners – zu seinem eigenen Wissensredakteur, so O’Brien treffend.

Schnell wurde der Abend aber auch (kultur)politisch. O’Brien schilderte sehr konkret, wie hart die Einschnitte die freie Kulturszene treffen. Beim Kästner-Haus kommen gestiegene Kosten und gekürzte Zuschüsse durch Stadt und Land zusammen; allein die Miete sei um mehr als 12.000 Euro gestiegen, zugleich seien 10.000 Euro Förderung weggefallen. Das kann ein so kleines Team kaum auffangen. Auf dem Papier gibt es eine volle, kaum eine halbe Stelle, einen FSJler und Praktikanten. Dabei ist das Interesse an dem Haus ungebrochen: Schulanfragen sind regelmäßig überbucht, und weil Kästner in mehr als 70 Sprachen übersetzt ist, kommen auch viele Anfragen aus dem Ausland. 

Gefährdet ist hier kein Liebhaberprojekt am Stadtrand, sondern ein vermittelnder Ort in der Mitte der Landeshauptstadt. O’Brien warb deshalb für mehr Planungssicherheit, für neue Verbindungen zwischen Kultur, Politik und Privatwirtschaft und für einen breiteren kulturpolitischen Blick. Kultur, so klang es an diesem Abend immer wieder an, ist eben nicht das Sahnehäubchen, sondern der Ort, an dem Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommt. 

Und natürlich ging es immer wieder um Kästner selbst. Seine Vielseitigkeit, seine Nähe zu den Medien, sein Humanismus, seine Themen von sozialer Gerechtigkeit bis Pazifismus – all das macht ihn, so O’Brien, bis heute anschlussfähig. Wer mit Kästner sozialisiert sei, habe nicht nur in diesem Museum das Gefühl, „hier ist der Mensch gemeint“. Genau das ist wohl die größte Stärke dieses Hauses.

Text: Erik Töpfer

Kontroverse als Programm: Holger Friedrich im Presseclub Dresden

Einigkeit bestand wohl nur in der Kontroverse: Am 19. März war Holger Friedrich zu Gast im „Presseclub Dresden“. Der Unternehmer hatten erst die „Berliner Zeitung“ übernommen und sorgt seit kurzem mit der Gründung der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ) für Aufsehen in der Medienbranche. Das brachte viel Diskussionsbedarf mit sich.

Selten zog ein Clubabend so viele Interessenten an, der Grund lag auf der Hand. Holger Friedrich provoziert: Widerspricht die Gründung eines neuen Printprodukts dem Branchentrend, so tun es Feierlichkeiten in der Russischen Botschaft dem politischen Taktgefühl vieler. So verwundert es nicht, dass es viele Fragen an den neuen Spieler im ostdeutschen Mediengeschäft gab. Nicht nur, dass Friedrich antwortet, er geht gleich in die Offensive. Dass der OAZ-Chefredakteur Dorian Baganz schon nach kurzer Zeit hinschmiss, sei Folge konzeptioneller Ideen, die der junge Journalist nicht mitgehen wollte, aus Friedrichs Sicht ein Fehler. Doch seine Sicht bleibt streitbar: So erntete er im Saal einige ungläubige Blick als er den Abriss des „Palasts der Republik“ mit der Sprengung der Buddha-Statuen von Bamiyan durch die Taliban im Jahr 2001 verglich.

Kritisch merkt Friedrich an, dass im derzeitigen Journalismus ein Übergewicht der Meinung über den Fakten bestehe. Bei ihm würden alle zu Wort kommen, seine rote Linie wären Aufrufe zur Gewalt. Deshalb auch das recht unkritische Porträt des AfD-Chefs Tino Chruppala in der OAZ. Es kämen in der Zeitung ja auch Ministerpräsident Michael Kretschmer oder Linke zu Wort. Die Einschätzung des Verfassungsschutzes spiele da für ihn keine Rolle. Mit Blick auf die Ostberichterstattung störe ihn „der ganze Naziquatsch“, denn es gebe da „nur ein paar Idioten“. Die EU wiederum sei „die geilste Geschichte, die je passiert ist“.

An Selbstbewusstsein fehlt es Holger Friedrich dabei nicht: Die OAZ werde das führende Medium in Ostdeutschland werden und auch Einmischung in die Redaktion behält er sich vor: „Wenn es sein muss, habe ich das letze Wort“, sagt er und beklagt sich über die Macht von Betriebsräten in Deutschland. 

Doch warum das alles? „Der romantische Reflex eines Ostdeutschen“, begründet Holger Friedrich sein Projekt. Streit nimmt er dabei durchaus in Kauf, sagt zu seiner Blattlinie: „Umso kontroverser etwas ist, desto besser!“ Das gilt wohl auch für Diskussionsrunden mit ihm. 

Text: Eric Hofmann, Bilder: Holm Helis

Neuer Vorstand für den Presseclub Dresden gewählt

Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung hat der Presseclub Dresden die Weichen für die kommenden zwei Jahre gestellt. Die Mitglieder wählten einen Vorstand, der Kontinuität und neue Impulse miteinander verbindet.

Neu in das Gremium gewählt wurden Barbara Knifka als Beisitzerin und Alexander Holzhauer als Schatzmeister. Beide bringen umfassende Expertise, wertvolle Netzwerke und große Verbundenheit mit dem Journalismus mit. Mit ihrem Engagement werden sie die Arbeit des Presseclubs in den kommenden zwei Jahren aktiv mitgestalten.

Weiterhin an Bord sind die beiden Vorsitzenden Andreas Weller und Tobias Wolf sowie Sabine Mutschke und Michael Hiller als Stellvertreter sowie Erik Töpfer und Thomas Kaulfuß als Beisitzer. Sie stehen für Erfahrung, Stabilität und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Clublebens.

Im Zuge der Versammlung wurden zudem zwei langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet: Juliane Federowski und Bettina Klemm. Beiden gilt unser herzlicher Dank für ihr Engagement und ihren Einsatz für den Presseclub Dresden.

Ein besonderer Dank richtet sich an Bettina Klemm, die über viele Jahre hinweg prägend im Vorstand gewirkt hat. Mit ihren Ideen, ihrer Energie und ihrer spürbaren Leidenschaft für den Journalismus hat sie wichtige Impulse gesetzt und den Club nachhaltig bereichert. Umso mehr freuen wir uns, dass sie dem Presseclub weiterhin als Mitglied verbunden bleibt.

Mit dem neu gewählten Vorstand blickt der Presseclub Dresden optimistisch nach vorn. Auch 2026 dürfen sich die Mitglieder auf spannende Clubabende, hochkarätige Gäste und anregende Diskussionen freuen. Ziel bleibt es, einen offenen Raum für Austausch, Debatte und Vernetzung in der Dresdner Medienlandschaft zu bieten.

v.l.n.r.: Alexander Holzhauer, Thomas Kaulfuß, Barbara Knifka, Erik Töpfer, Sabine Mutschke, Michael Hiller, Tobias Wolf, Andreas Weller

Stadtsprecher Daniel Heine zu Gast im Presseclub

Seit dem 1. Januar leitet Daniel Heine das Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll der Landeshauptstadt Dresden. Am 27. Oktober war er im Presseclub unser Gast. Im Gespräch mit Vorsitzendem Andreas Weller erzählte er sehr locker vom Glück und Leid an der Spitze der Pressestelle. Dabei sei das Presseamt mit rund 20 Mitarbeitenden so etwas wie ein Nadelöhr und müsse verschiedene Interessenlagen faktenunterfüttert berücksichtigen. Etwa hundert weitere Personen arbeiten in den verschiedenen Ämtern der Stadt zu Fragen der Kommunikation. Während aktive Journalistinnen und Journalisten gern möglichst schnell und aus erster Hand Antworten auf ihre Fragen wünschen, forderte ein Presseclubmitglied, dass die Stadt wie ein Konzern zu leiten sei und nur abgestimmte Positionen veröffentlichen sollte.

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Presseclub zu Gast in der Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass war der Presseclub Dresden am 20. Oktober 2025 zu Gast in der renommierten Bildungseinrichtung. Rektorin Katharina Christl, die hier einst selbst studiert hatte, führte die rund 25 Journalisten über den Campus. Dabei erinnerte sie im Tanzarchiv und in der Bibliothek an die reiche Geschichte des Hauses und daran, wie Gründerin Gret Palucca 1925 mit neuen Konzepten und ihrem einzigartigen Stil zur Pionierin des modernen Tanzes wurde. Im 2007 eingeweihten Neubau konnten sich die Presseclubmitglieder von den hervorragenden Ausbildungsbedingungen in den modernen Tanzsälen überzeugen. Gleich nebenan biete das Internat 60 Plätze für minderjährige Schülerinnen und Studierende, berichtete Katharina Christl. Das eigene Health Team der Hochschule sorge zudem mit Physiotherapeuten, Ernährungsberater und Fitnessraum für eine optimale gesundheitliche Betreuung der rund 170 Studierenden aus aller Welt. Viele von ihnen seien in Kooperationen mit der Semperoper Dresden eingebunden, von denen in diesem Jahr fünf realisiert werden.    

Wie die Institution in den 1950er Jahren den Neubeginn nach dem Krieg gestaltete, darüber berichtete Presseclubmitglied Heidrun Müller. Sie hatte zu dieser Zeit selbst an der Palucca Hochschule studiert. Damit auch bedürftige, talentierte Nachwuchstänzerinnen und -tänzer an der Hochschule studieren können, wurde von ihr und weiteren Tanzbegeisterten der Palucca-Stiftungsfonds ins Leben gerufen.

Text: Thomas Kaulfuß