Neuer Körperscanner zur sicheren Diagnose

Presseclub besucht Städtisches Klinikum Friedrichstadt

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Chefarzt Prof.Thomas Kittner

Eine sichere Diagnose ist die halbe Therapie, heißt es. Um beides zu erreichen, betreibt das Städtische Klinikum Dresden seit 1. Januar 2017 eine gigantische ringförmige „Lupe“ mit dem Namen „Biograph mCT“. Chefarzt Professor Thomas Kittner und Medizinphysiker Veit Czernokorsky erläuterten den Mitgliedern des Presseclubs dabei das Positronenemissions- und Computertomografie-Gerät. „Es handelt sich um eines der modernsten bildgebenden Verfahren, um bösartige Erkrankungen frühzeitig und mit höchster Genauigkeit zu erfassen. Der Biograph ermöglicht die schnelle und genaue Lokalisierung und Beurteilung von erkranktem Gewebe“, erklärt der Chefarzt. Auf einem langen freitragenden fahrbaren löffelartigen Lagerungstisch (Höchstlast 200 Kilo) werden die Patienten etwa 25 Minuten Stück für Stück durch den mannshohen weißen Lupenring geschoben. In dieser Zeit zeichnet ein Röntgen-Computersystem in Windeseile den ganzen Körper in schwarz-weißen Bildern ab, wie bei der bekannten Computer-Tomographie. Sofort im Anschluss erfolgt eine Positronenemissions-Tomografie (PET). Sie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, bei dem den Patienten zumeist ein schwach radioaktiver Zucker verabreicht wird. Zucker ist der Brennstoff unserer Körperzellen und reichert sich in krankhaften Zellen wie Krebs oder Entzündungsherden vermehrt an. Damit „leuchten“ die erkrankten Regionen. So kann der  Facharzt Tumore, Krebserkrankung, Metastasen, Schäden an Lunge, Herz oder Blutkrebs erkennen. Zwischenergebnisse von Therapien können somit auch verfolgt werden. Ein Ärzte-Team wertet am Computer die Ergebnisse aus und leitet den Patienten zur entsprechenden Fachklinik weiter.

Vor dem PET-CT erfuhren die Presseclub-Mitglieder, nach welchem System die Zentrale Notaufnahme im Klinikum Dresden erfolgt. Die Patienten werden in fünf Gruppen, je nach Schwere der Erkrankung oder Verletzung eingeteilt und nicht nach der Reihenfolge ihres Eintreffen. Manchester Triage, heißt das System, das speziell geschulte und erfahrene Pflegekräfte anwenden.

Jürgen Richter, Kaufmännischer Direktor des Klinikums, beantwortete im Anschluss die Fragen der Clubmitglieder. Weil die Krankenhäuser Neustadt und Friedrichstadt mit hohen Verlusten arbeiteten, war der Wirtschaftsmathematiker im Sommer 2012 eingestellt worden. Nun wiesen beide Kliniken zur Fusion positive Ergebnisse aus. Richter erläuterte, wie Synergien genutzt und die Kliniklandschaft geordnet wurden. „Mit dem positiven Jahresergebnis gewinnt das fusionierte Städtische Klinikum Dresden mehr Freiheit, um Investitionen zu tätigen. Das betrifft die Anschaffung medizinischer Geräte für eine verbesserte Patientenversorgung bis hin zur Umsetzung von Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements“, sagte er.  Das Klinikum hat rund 3.000 Mitarbeiter. Mit 15.000 Betten ist es größer als das Uniklinikum Dresden. frö./kle

1 Jürgen Richter, Bettina Klemm

Jürgen Richter und Bettina Klemm

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Thomas Hohaus

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Medizinphysiker Veit Czernokorsky

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