Coole Kälte


Guckt Erich Kästner wirklich so finster wie diese orange und rot illuminierte Eisfigur? Die Skulptur des Namensgebers des Erich-Kästner-Preises des Presseclubs Dresden ist eines der letzten Kunstwerke auf dem Rundgang durch die „Eiswelt Dresden“, eine verwunschene Welt in der Realität, Märchen und Fantasie miteinander verschmelzen. Mal in einem kühlen Kristallsessel Platz nehmen oder über das Blaue Wunder auf dem Allerwertesten rutschen? Durch das Seitenfenster einer Eislokomotive schauen und ein Selfie vor der Frauenkirche, bei dem man mal nicht 200 Meter entfernt sein muss, um alles wirklich auf das Foto zu bekommen? Oder die Stollentrage des Striezelmarktes und den Fürstenzug aus Eis bestaunen? Dann hereinspaziert in die „Eiswelt Dresden“. Die Mitglieder des Presseclubs erlebten das bei einem Rundgang im Dezember. Eine Gruppe Eisbildhauer hat die Ausstellung wochenlang unter widrigen kalten Bedingungen geschaffen. Aus zwei mal ein Meter großen Eisblöcken, mit Kettensäge, Hammer und Meißel. Die Künstler stammen aus Tschechien, Ungarn, Litauen, Russland, Polen, Finnland, Griechenland, der Ukraine und den USA. Das Eis für die Kunstwerke musste sehr aufwendig hergestellt werden, wurde während des Gefrierprozesses immer wieder „gerührt“ und nicht „geschüttelt“, damit nur kein Luftbläschen die Reinheit des Eiskristalls stören kann, erklärte Projektleiter Oliver Hartmann den Presseclub-Mitgliedern. Eis und Künstler – eine wahrhaft internationale Komposition, die abseits berühmter Dresdner Bauwerke und Weihnachts- und Märchenmotive auch in Tierskulpturen und Fantasiefiguren ihren Niederschlag findet. Das Fazit des Presseclubs: eine der coolsten Ausstellungen in Dresden.

Nur eine Bedingung gibt es: Warm anziehen! Denn die „Eiswelt Dresden“ wird permanent auf 8 Grad unter Null gekühlt. Anschließend dürfen sich große und kleine Gäste mit einem Kakao oder Glühwein wieder aufwärmen und dabei noch die „EiSZeit“-Austellung der Sächsischen Zeitung über die Polarexpedition sächsischer Forscher betrachten.

Ende Februar, wenn die Ausstellung endet, werden die Kunstwerke wie von selbst verschwinden und sich mit dem Tauwasser des bis dahin hoffentlich noch gefallenen Schnees mischen.

Die „Eiswelt Dresden“ ist noch bis zum 25. Februar 2018 geöffnet.

Zeitenströmung
Halle 12
Königsbrücker Straße 96
01099 Dresden

Tickets: Erwachsene 13,50 Euro, Studenten und Ü65 jeweils 12,50 Euro, Kinder 9,50 Euro, Familienticket (2 Erwachsene, 2 Kinder) ab 39 Euro

www.eiswelt-dresden.de

Text und Fotos: Tobias Wolf

 

 

Im Bild: Oliver Hartmann

Tobias Wolf

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