Safttante: Twitter-Marktforschung zu „Infahrt“

Kirstin Walther, Lesern dieses Blogs auch als Safttante und Chefin der Kelterei Walther in Arnsdorf bekannt, hat heute bei Twitter eine kurze Umfrage zum Fahrgastfernsehen „Infahrt“ der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) gestartet. Die Antworten, die innerhalb weniger Minuten bei ihr aufliefen, gaben ihr ein Bild darüber, wie „Infahrt“ eigentlich von den ganz normalen (na gut: twitternden) Straßenbahn-Benutzern wahrgenommen wird.

Das ist insofern eine spannende Anwendung von Twitter, weil sie den Micro-Bloggingdienst damit zur direkten Marktforschung einsetzt – als mittelständische Unternehmerin fragt sie einfach ihre potentiellen Kunden, was sie von dem Werbemittel „Fahrgastfernsehen“ halten. Wäre sie zu einem Marktforschungsinstitut gegangen, hätte das sicher wesentlich repräsentativere Antworten geliefert – allerdings für teures Geld.

So bekam sie innerhalb weniger Minuten eine Reihe von Antworten. Ihr erstes Fazit: „Es schauen sich doch mehr Leute an, als ich erwartet hätte.“ Ihre ganze „Marktforschungsanalyse“ findet sich im Saftblog unter der Überschrift: „Die zwitschernden Marktforscher„. Lesenswert!

Ein Gedanke zu „Safttante: Twitter-Marktforschung zu „Infahrt“

  1. Hallo!

    Gleich vorweg – ich bin Geschäftsführerin eines dieser Marktforschungsinstitute, die „teures Geld“ für Ihre Ergebnisse verlangen, von daher verfolge ich mit meinem Kommentar ein bestimmtes Ziel :)

    „Repräsentativ“ ist ein Adjektiv, welches man nicht steigern kann, wie „schwanger“ oder „tot“.

    Wenn ich Marktforschung mache, verfolge ich ein bestimmtes Ziel – ich möchte z.B. wissen, ob sich der Einsatz eines Films auf dem Medium „Infahrt“ für mein Unternehmen rechnet, oder ob ich damit Geld zum Straßenbahnfenster hinaus werfe.

    Um diese Frage sicher beantworten zu können, muss ich eine Grundgesamtheit definieren, also z.B. Haushaltsführende, die mit Infahrt in Kontakt kommen können.

    Aus dieser Grundgesamtheit muss ich eine repräsentative Stichprobe ziehen (z.B. über eine systematische Zufallsauswahl in der Straßenbahn), diesen Personen relevante und neutral formulierte Fragen stellen, und die Antworten systematisch auswerten & analysieren.

    Die Grundgesamtheit in diesem Falle: Twitterer, die Kirstin Walther als @safttante direkt folgen oder über „Re-Tweets“ bzw. Drittquellen die Frage erhalten haben. Die Stichprobe: Menschen, die zum gegebenen Zeitpunkt Zeit und Lust hatten, zu antworten.

    Wir finden hier sicherlich ein schönes Stimmungsbild dieser Zielgruppe, aber eine Unternehmensentscheidung würde ich auf dieser Basis nicht empfehlen zu treffen.

    Nichts für ungut – mein Marktforscherherz musste einfach dazu Stellung nehmen!

    Viele Grüße, Bettina Wagner

    Wenn Sie möchten, können Sie meinem Institut auf Twitter folgen: http://twitter.com/marketeasy.

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