„Twit’n’Roll“-Radio: interaktives Webradio aus Dresden

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Es ist Mittwoch, 20.30 Uhr. Die beiden Dresdner Thomas Goltz (Twittername: @goltzi) und Stephan Böhlig (@boehler) sitzen vor zwei Mikrofonen in einem kleinen Büro in der Neustadt. „Sorry, das sieht alles ziemlich unordentlich hier aus“, entschuldigt sich Böhlig. Auf dem Boden liegen Flyer, Zettel, Stifte. Ein normales, chaotisches Zimmer, könnte man meinen.

Das ist es aber nicht. Denn hier wird etwas außergewöhnliches produziert: das Twit’n’Roll Radio. Jeden Mittwoch moderieren Böhlig, im richtigen Leben freiberuflicher Fotograf, und Krankenpfleger Goltz vier Stunden lang bei megaone.de ihre eigene Sendung. Das Besondere: Ihre Zuhörer kommen hauptsächlich über Twitter. Die Radiosendung wird interaktiv gestaltet, weil die Hörer direkt in die Sendung kommentieren können – ob per Twitter, im Chat oder via Skype. Die beiden Moderatoren wissen so immer, was ihre Zuhörer wollen. „Dadurch haben wir ungefähr 60 Zuhörer gewonnen“, sagt Böhlig. Für ein kleines Internetradio ist das viel.

Die beiden Dresdner Hobby-Moderatoren senden schon seit März mit einem Programm-Mix, das sich bewährt hat: nämlich meistens völlig ohne Programm. Denn Spontanität ist den Beiden wichtig. „Gespräche und Diskussionen bekommen bei uns mehr Sendeplatz, als Musik“, sagt Goltz. Sie seien schließlich auch beide sehr sprechfreudige Menschen, fügt Kollege Stephan Böhlig hinzu. In vier Stunden Sendezeit würden bis zu sechs Menschen in der Sendung anrufen, daraus entwickle man dann Gespräche, die zu dem Thema des Tages passen. Vergangene Woche drehte sich beispielsweise alles in der Sendung um Träume. „Wobei wir gern auch mal von dem Thema abweichen“, erzählt Böhlig lachend.

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Umso wichtiger sind die Studiogäste, die sich die Moderatoren einladen. Schon zweimal da war beispielsweise der stellvertretende Chefredakteur der „SUPERillu“, Patrick Ziob (wir berichteten). Kennengelernt haben die Radio-Talker und stellvertretender Chefredakteur sich natürlich bei Twitter. Wo sonst? Provokativ und locker möchten sie in ihrer Talk-Sendung sein. Das soll erfrischend wirken. Denn die gekünstelte Fröhlichkeit der sächsischen Privatsender mögen Beide nicht.

Allein als Twitter-Radio möchten sich die zwei Moderatoren aber nicht abstempeln lassen. „Twitter ist ein zentrales Element unseres Radios“, erklärt Goltz. Aber schließlich verwende man auch noch das gute alte Telefon. Und eine Mailadresse gibt es auch noch. Rick Noack Hier geht es zur Webseite von Twit’n’Roll Radio.

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