Der Presseclub zu Gast in der Citywache Dresden

Wie weiter zwischen Wiener Platz und Ferdinandplatz? Entlang der Prager Straße reihen sich gleich mehrere Kriminalitätsschwerpunkte der Landeshauptstadt. Die Polizei versucht dem seit zweieinhalb Jahren mit der Präsenz- und Ermittlungsgruppe „Innenstadt“ entgegenzuwirken. Zusammen mit der Kommune gibt es seit Mai 2025 auch die Citywache. Mit dem Ersten Polizeihauptkommissar Volker Gulitz und dem Pressesprecher der Polizeidirektion Dresden Thomas Geithner schilderten nun gleich zwei Polizisten im „Presseclub Dresden“ ihre Sicht auf die Sicherheit in Dresdens Zentrum.

Thomas Geithner verantwortet nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Dresden, er steckt auch hinter dem Konzept der Citywache in der Dresdner Straße. Dabei wird er nicht müde zu betonen, dass es sich dabei um kein Polizeirevier handelt. Vielmehr sei es ein Vernetzungspunkt zwischen Händlern, Passanten, der Stadtverwaltung und der Polizei. „Die große Trendwende haben wir noch nicht geschafft“, sagt er mit Blick auf die Sicherheitslage am Wiener Platz. „Es gab eine Verbesserung in der Straßenkriminalität, dafür ist aber die Zahl der Ladendiebstähle gestiegen.“ Nach wie vor ist der Wiener Platz noch Kriminalitätsschwerpunkt. „Wir erreichen eine gewisse Verdrängung“, sagt Geithner. „Aber damit verlagert sich die Drogenszene aktuell mehr Richtung Rundkino. Man kriegt es vielleicht aus dem Sichtfeld weg.“ Die Citywache werde allerdings mit rund 700 Vorsprachen gut angenommen.

Auf der Straße selbst ist seit rund zweieinhalb Jahren die Präsenzgruppe „Innenstadt“ unterwegs, schon seit Beginn angeführt von Volker Gulitz. „Wir sind immer zwischen 18 und 20 Kollegen“, erklärt er. „Wir versuchen, jeden Tag eine Doppelstreife auf die Straße zu kriegen, manchmal auch sechs Kollegen.“

Neben der sichtbaren Tätigkeit gibt es im Hintergrund noch die Ermittler. Rund 1500 Strafverfahren sind so bereits zustande gekommen, nicht nur in Dresden: Aktuell läuft in Oranienburg ein Prozess zu einem Drogenumschlagplatz. Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang in der Dresdner Innenstadt. Hier wiederum flogen mehrere Depotwohnungen auf.

Um die Szene zu stören, arbeitet die Gruppe auch mit Aufenthaltsverboten: „In den knapp zwei Jahren wurden rund 30 Aufenthaltsverbote ausgesprochen“, sagt Gulitz. „Bei wiederholtem Verstoß kann ein Richter 24 Stunden Gewahrsam verhängen.“ Viele Drogendealer vor Ort sein den Beamten auch mittlerweile einschlägig bekannt. „Sorgen bereitet uns, dass der Handel mit Arzneimitteln wie Pregabalin und Tilidin zunimmt“, so der Kommissar. „Wir haben mittlerweile fast täglich Funde.“Zudem stünden Kokain, Crystal und Amphetamine wieder hoch im Kurs.

Kümmert sich die Präsenzgruppe zum Großteil um die Verfolgung von Straftaten, geht es in der Wache auch um Vorbeugung: „Wir beschäftigen uns damit ein KI-Videoüberwachungs-gesetz zu prüfen“, sagt Geithner. Kameras sollen verdächtige Vorgänge automatisch erkennen und dann Polizisten alarmieren. Mit den aktuellen Gesetzen ist das jedoch noch nicht möglich. Zudem soll auch stadtplanerisch etwas geschehen: Die Blumenkübel, die den Dealern als Deckung dienen, sollen zum Beispiel verschwinden. Ein Hauptproblem in der Innenstadt seien die Drogen, Gewaltdelikte seien fast ausschließlich innerhalb des Milieus feststellbar. Übergriffe auf Passanten gebe es kaum. „Abstrakt gesehen kann ich natürlich immer Opfer einer Straftat werden“, fasst Geithner die Lage zusammen. „Aber ich sage: Dresden ist sicher, eine der sichersten Städte Deutschlands.“

Text: Eric Hofmann

v.l.n.r.: Thomas Geithner, Andreas Schulz (Presseclub Dresden), Volker Gulitz

Ein bewegender Abschluss unseres Presseclub-Jahres: Besuch im Ukrainischen Haus

Am 1. Dezember fand der letzte Clubabend des Jahres des Presseclub Dresden statt und er hätte kaum einen stärkeren, passenderen Abschluss bilden können. Wir waren zu Gast im Ukrainischen Haus im Quartier an der Frauenkirche, um mit Natalija Bock, der Trägerin des Erich-Kästner-Preises 2024, ins Gespräch zu kommen.

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Stadtsprecher Daniel Heine zu Gast im Presseclub

Seit dem 1. Januar leitet Daniel Heine das Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll der Landeshauptstadt Dresden. Am 27. Oktober war er im Presseclub unser Gast. Im Gespräch mit Vorsitzendem Andreas Weller erzählte er sehr locker vom Glück und Leid an der Spitze der Pressestelle. Dabei sei das Presseamt mit rund 20 Mitarbeitenden so etwas wie ein Nadelöhr und müsse verschiedene Interessenlagen faktenunterfüttert berücksichtigen. Etwa hundert weitere Personen arbeiten in den verschiedenen Ämtern der Stadt zu Fragen der Kommunikation. Während aktive Journalistinnen und Journalisten gern möglichst schnell und aus erster Hand Antworten auf ihre Fragen wünschen, forderte ein Presseclubmitglied, dass die Stadt wie ein Konzern zu leiten sei und nur abgestimmte Positionen veröffentlichen sollte.

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Clubabend mit Frank Richter und dem Verein Matteo

Verein Matteo gibt Geflüchteten Sicherheit: Vorsitzender Stephan Theo Reichel spricht im Presseclub über Kirchenasyl

Weil der Rechtsstaat oft versage, sei das Kirchenasyl notwendig, sagte Stephan Theo Reichel bei seinem Besuch im Presseclub am 8. September. Er kommt aus München und ist Vorsitzender des Vereins Matteo- Kirche und Asyl sowie Beauftragter für Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Herrnhuter Brüdergemeinde. Ausführlich erzählte er im Gespräch mit Presseclubmitglied und Kästner-Preisträger Frank Richter von den Möglichkeiten des Kirchenasyls und den Anfängen seiner Arbeit in Bayern. Kirchenasyl stammt übrigens aus dem Mittelalter und wurde 1803 abgeschafft, seit den 1980er erfahre es jedoch eine Wiederbelebung, weil der Rechtsstaat nicht funktioniere.

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Presseclub zu Gast in der Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass war der Presseclub Dresden am 20. Oktober 2025 zu Gast in der renommierten Bildungseinrichtung. Rektorin Katharina Christl, die hier einst selbst studiert hatte, führte die rund 25 Journalisten über den Campus. Dabei erinnerte sie im Tanzarchiv und in der Bibliothek an die reiche Geschichte des Hauses und daran, wie Gründerin Gret Palucca 1925 mit neuen Konzepten und ihrem einzigartigen Stil zur Pionierin des modernen Tanzes wurde. Im 2007 eingeweihten Neubau konnten sich die Presseclubmitglieder von den hervorragenden Ausbildungsbedingungen in den modernen Tanzsälen überzeugen. Gleich nebenan biete das Internat 60 Plätze für minderjährige Schülerinnen und Studierende, berichtete Katharina Christl. Das eigene Health Team der Hochschule sorge zudem mit Physiotherapeuten, Ernährungsberater und Fitnessraum für eine optimale gesundheitliche Betreuung der rund 170 Studierenden aus aller Welt. Viele von ihnen seien in Kooperationen mit der Semperoper Dresden eingebunden, von denen in diesem Jahr fünf realisiert werden.    

Wie die Institution in den 1950er Jahren den Neubeginn nach dem Krieg gestaltete, darüber berichtete Presseclubmitglied Heidrun Müller. Sie hatte zu dieser Zeit selbst an der Palucca Hochschule studiert. Damit auch bedürftige, talentierte Nachwuchstänzerinnen und -tänzer an der Hochschule studieren können, wurde von ihr und weiteren Tanzbegeisterten der Palucca-Stiftungsfonds ins Leben gerufen.

Text: Thomas Kaulfuß

Das war der 17. SommerSchwatz

Und wieder war er ausverkauft – der nunmehr 17. SommerSchwatz. 160 Gäste waren der Einladung ins Innside Hotel by Mélia gefolgt und setzten das Anliegen des Abends begeistert in die Tat um: es wurde geschwatzt, geplaudert, diskutiert – zunächst im Innenhof, später sogar in der Hotellobby.

Themen gab es viele, vor allem nach den Impulsen, die der Co-Vorsitzende Tobias Wolf in seiner Begrüßungsrede setzte.  „Im digitalen Dauerfeuer scheint das Miteinander?Sprechen auf dem Rückzug gegenüber dem Übereinander-Sprechen“, so seine Feststellung. „Sich auf den anderen einzulassen, ohne menschliche und demokratische Leitplanken zu vergessen, und deutlich zu widersprechen, wo sie verletzt oder beseitigt werden sollen“, so sein Wunsch an Politik, Gesellschaft, die Medienbranche und an jeden Einzelnen. Lars Radau, Geschäftsführer des Deutschen Journalistenverbandes in Sachsen, knüpfte daran an, beleuchtete die Situation der Medienlandschaft in Sachsen und fand hier auch deutlich kritische Worte.

Das Innside Hotel schuf in bewährter Weise den Rahmen und übernahm die kulinarische Begleitung des Abends mit einer großartigen Teamleistung.  Das Ganze zu so großzügigen Konditionen, dass dafür ein extra Dank gebührt. Das Buffet galt als Feuerprobe des neuen Küchenchefs Vladimir Schuldeis, die er mit Bravour gemeistert hat. Weitere Partner und Sponsoren des Presseclubs rundeten den Abend ab. So steuerten Wolle Förster und sein Team von „Sushi & Wein“ traditionell ein Sushi-Buffet bei. Dazu gab es wie seit vielen Jahren frisch gezapftes Radeberger Pilsner und alkoholfreie Getränke von Oppacher. Die Weine spendierten vier Winzergenossenschaften aus dem Kaiserstuhl in Baden. Erstmals lud die Likörfabrik Gustav Müller an eine Gin-Tonic-Bar inklusive eines alkoholfreien Cocktails ein.

Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musiker George Pesek, der durch die Jazz- und Eventagentur Gabriele Kaul vermittelt wurde.

Zwei Euro pro Eintrittskarte und auch den erwarteten Überschuss nach Abrechnung der ausverkauften Veranstaltung überweist der Club an seine Stiftung zur Finanzierung des Erich-Kästner-Preises. Er wird im Zwei-Jahres-Rhythmus – das nächste Mal 2026 – an eine Persönlichkeit verliehen, die sich um Toleranz, Humanismus und Völkerverständigung verdient gemacht hat.

Der SommerSchwatz ist nur möglich dank der Partner und Sponsoren, die dem Club bei der Vorbereitung und Durchführung zur Seite stehen. Deshalb geht ein herzliches Dankeschön auch an die VONOVIA, die SachsenEnergie AG, und die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die es mit ihrer finanziellen Zuwendung ermöglichen, dass der Eintritt zum SommerSchwatz erschwinglich bleibt. Außerdem danken wir dem Postdienstleister PostModern, der den Versand der Einladungen übernommen hatte.

Neben der Verleihung des Erich-Kästner-Preises hat sich der SommerSchwatz als feste Konstante im Kalender der Presseclubs Dresden e.V. etabliert. In diesem Sinne beginnen schon bald die Vorbereitungen auf den 18. SommerSchwatz 2026.

Text: Sabine Mutschke, Fotos: Anke Wolten-Thom

Die dpa zwischen klassischen Printmedien und Digitalisierung

Interessante Einblicke in die Arbeit der Deutschen Presseagentur (dpa) gaben  beim Clubabend am 30. Juni 2025 Christine Raatz und Jörg Schurig. Die dpa . schon aufgrund der Gründung vor 75 Jahren vorrangig mit den Printmedien verbunden (150 Medienunternehmen sind Gesellschafter der dpa), kann als weltweit agierende deutsche Nachrichtenagentur auf eine nahezu geschlossene Abnehmer-Front der großen klassischen Medien verweisen. Basis dafür ist die nachrichtendienstliche hohe Qualität. Meldungen verlassen erst dann das Haus, wenn unmittelbar selbst und mindestens einmal gegenrecherchiert wurde. Damit sei man zwar nicht immer der Erste, aber fast hundertprozentig der Sachlich-Exakteste. Auch der kleinste Fehler werde korrigiert, so die Gäste der Runde im Dresden 1900.

Die Presseclub-Mitglieder erfuhren viel über Themenfindung und –planung und auch kleine Details und Interna aus der täglichen Arbeit. Jörg Schurig, seit 2018 Außenbüroleiter bei dpa Dresden, verriet, dass er den Hauptteil seiner Arbeit dem Geschehen im Landtag widmet. Für eine Sommer-Hitze-Story wolle er sich aber am Folgetag Zeit nehmen und mit Fotograf zur Recherche vor Ort ins nahe Meißen fahren.

Christine Raatz, als Co-Pilotin in der dpa-Außenstelle Berlin unter anderem für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig, gab einen Überblick über Struktur und Arbeitsweise der dpa insgesamt. Die Agentur zähle zu der größten unabhängigen Nachrichtendiensten weltweit und informiere zuverlässig in sieben Sprachen. Die dpa ist den Fakten verpflichtet und steht für verlässliche und verifizierte Nachrichten, Bilder, Audios und Videos, Grafiken und weitere Formate.

Christine Raatz und Jörg Schurig ließen erkennen, dass ihnen die Arbeit bei der dpa Spaß macht. Auch nach dem offiziellen Teil waren noch zahlreiche Fragen zu beantworten….

Presseclub dresden 30.06.2025 dpa

Text und Bild: Michael Hiller