Samuel Koch erhält den 27. Erich-Kästner-Preis

„Lasst uns einander viel mehr helfen. Es ist multipliziertes Glück.“

Ein besonderer Vormittag auf Schloss Albrechtsberg: Am 30. August 2026 hat der Presseclub Dresden den Schauspieler, Autor und Redner Samuel Koch mit dem 27. Erich-Kästner-Preis ausgezeichnet. Mit der Ehrung würdigt der Presseclub sein öffentliches Eintreten für ein respektvolles Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, für gesellschaftliche Teilhabe, Toleranz und Verständigung sowie seinen Mut, mit dem er Menschen in schwierigen Lebenslagen inspiriert.

Die Laudatio hielt Bischöfin Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie würdigte Samuel Koch für seine „Haltung der Aufrichtigkeit, die andere aufrichtet“ und dafür, dass er über Hoffnung spricht, ohne die Wirklichkeit schönzureden.

Eine Ehrung, die Samuel Koch sichtbar berührte

Samuel Koch nahm die Auszeichnung mit seiner Mutter Marion im Festsaal von Schloss Albrechtsberg entgegen. Die Preisverleihung war für ihn auch eine persönliche Begegnung mit Dresden: Seine Großmutter wurde 1930 in der Stadt geboren und lebte an der Bürgerwiese. Die Verbindung zu Dresden und zu Erich Kästner, der ebenfalls in Dresden geboren wurde, gab der Veranstaltung für Koch eine besondere Bedeutung.

In seiner Dankesrede zeigte sich Samuel Koch persönlich, humorvoll und zugleich nachdenklich. Er sprach über seine Familie, über Musik, über Erich Kästner und natürlich über die Themen, die sein öffentliches Wirken prägen: Inklusion, Teilhabe und die Verantwortung jedes Einzelnen. Dabei richtete er den Blick immer wieder weg von sich selbst und hin zu den Menschen, die ihn unterstützen und anderen helfen. Auch den Applaus wollte er nicht allein für sich entgegennehmen. Er bat darum, ihn weiterzugeben, an die Menschen, die hinter ihm stehen und ihm ermöglichen, am Leben und an der Gesellschaft teilzuhaben. „Seit vielen Jahren bin ich bemüht, den Schmerz der Anderen zu sehen. Dass dies nun wiederum vom Presseclub Dresden gesehen wurde, tut gut; und beflügelt mich und uns für die Vereins-Arbeit mit ‚Samuel Koch & Freunde e.V.‘“, sagte Koch.

„Was können wir dem Leben bieten?“

Samuel Kochs Worte waren zugleich eine Einladung zum Perspektivwechsel. „Viele fragen, was ihnen das Leben bieten kann. Dabei sollten wir fragen, was wir dem Leben bieten können.“ Damit traf er einen Kern dessen, wofür der Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden seit seiner ersten Verleihung 1994 steht: für Menschen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung einsetzen. Auch seine Auseinandersetzung mit Erich Kästner machte deutlich, warum Koch die Auszeichnung als passend empfindet. Kästner habe es verstanden, Humor und ernste Themen miteinander zu verbinden und trotz aller Zweifel die Hoffnung nicht aufzugeben. Angesichts einer vielfach schwierigen Gegenwart sei es wichtiger denn je, den Blick auf das zu richten, was Menschen miteinander verbindet.

Tobias Wolf, Co-Vorsitzender des Presseclubs Dresden, betonte: „Samuel Koch verkörpert mit seinem Einsatz für gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen, für Toleranz und Verständigung genau die Werte, die wir mit dem Erich-Kästner-Preis seit über drei Jahrzehnten würdigen.“

10.000 Euro für zwei inklusive Projekte

Zur Auszeichnung gehört neben der Skulptur des Dresdner Bildhauers Vinzenz Wanitschke ein Preisgeld von 10.000 Euro. Wie die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger wird auch Samuel Koch das Geld für gemeinnützige Zwecke weitergeben. Je 5.000 Euro gehen an zwei Projekte, die sich für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe engagieren.

Die eine Hälfte erhält der Dresdner Kunst- und Kulturverein farbwerk e.V.. Der Verein schafft seit 20 Jahren Zugänge zu künstlerischen Angeboten für Menschen mit und ohne Behinderung in Sachsen. Im Jubiläumsjahr 2026 baut farbwerk das erste professionelle Ensemble in Sachsen für Darstellerinnen und Darsteller mit Lernschwierigkeiten auf. Das Preisgeld soll dieses Vorhaben unterstützen.

Die andere Hälfte geht an den Verein „Samuel Koch & Freunde e.V.“, der sich unter anderem für Barrierefreiheit in Kunst, Kultur und Freizeit einsetzt und Menschen unterstützt, die anderen in Notlagen zur Seite stehen. Damit bleibt die Auszeichnung nicht bei einer symbolischen Ehrung stehen: Das Preisgeld fließt unmittelbar in Projekte, die Teilhabe ermöglichen und Menschen zusammenbringen.

Ein Preis mit Tradition und Haltung

Der Presseclub Dresden verleiht den Erich-Kästner-Preis seit 1994 im Zwei-Jahres-Rhythmus. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich um Toleranz, Humanität und Völkerverständigung verdient gemacht haben und durch ihr Wirken gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Ignatz Bubis, Marion Gräfin Dönhoff, Richard von Weizsäcker, Hans-Dietrich Genscher und Dieter Hildebrandt. 2024 wurde Natalija Bock, Mitgründerin des Ukrainischen Zentrums in Dresden, geehrt.

Mit Samuel Koch setzt der Presseclub diese Tradition fort und rückt zugleich ein Thema in den Mittelpunkt, das unsere Gesellschaft weiterhin fordert: die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen. Die Verleihung auf Schloss Albrechtsberg hat dabei gezeigt, dass es bei Inklusion nicht allein um Strukturen und Barrierefreiheit geht, sondern ebenso um Haltung, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, füreinander Verantwortung zu übernehmen. Oder, um es mit Samuel Koch zu sagen: „Lasst uns einander viel mehr helfen. Es ist multipliziertes Glück.“

Fotos: Anke Wolten-Thom

Ein bewegender Abschluss unseres Presseclub-Jahres: Besuch im Ukrainischen Haus

Am 1. Dezember fand der letzte Clubabend des Jahres des Presseclub Dresden statt und er hätte kaum einen stärkeren, passenderen Abschluss bilden können. Wir waren zu Gast im Ukrainischen Haus im Quartier an der Frauenkirche, um mit Natalija Bock, der Trägerin des Erich-Kästner-Preises 2024, ins Gespräch zu kommen.

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Der Presseclub Dresden verleiht den Erich-Kästner-Preis an Natalija Bock

Am 25. August 2024 hat der Presseclub Dresden den 26. Erich-Kästner-Preis an die Ukrainerin Natalija Bock verliehen. Damit ehrt der Presseclub das große Engagement der Mitgründerin des Ukrainischen Koordinationszentrums und des Ukrainischen Hauses Dresden, die zusammen mit deutschen und ukrainischen Freunden Hilfstransporte in ihr Heimatland organisiert und Ukraine-Flüchtlinge unterstützt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Georg Milbradt, Sächsischer Ministerpräsident a. D.

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Der Presseclub Dresden verleiht den 26. Erich-Kästner-Preis 2024 an Natalija Bock

Presseclub-Mitglied Roland Fröhlich (l.) rezitierte am Denkmal von Erich Kästner Auszüge seiner Gedichte. Der Presseclub Dresden gab in dem Zusammenhang die diesjährige Erich-Kästner-Preisträgerin Natalija Bock (r.) bekannt.

Am 23. Februar 2024 jährt sich der Geburtstag von Erich Kästner zum 125. Mal. Bereits am Vortag stoßen die Mitglieder des Presseclubs an seinem Denkmal auf das Jubiläum an. Dabei stellen sie Natalija Bock als diesjährige Preisträgerin des Erich-Kästner-Preises vor. 

Der Presseclub Dresden wird Natalija Bock in diesem Jahr mit dem Erich-Kästner-Preis auszeichnen. Die gebürtige Ukrainerin lebt mit ihrer Familie seit 26 Jahren in Dresden und organisierte schon lange vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine mit deutschen und ukrainischen Freunden ehrenamtlich Hilfstransporte in ihr Heimatland. Anderen helfen – das ist ihr wichtig. Der Beginn des Krieges hat auch ihr Leben völlig verändert. Natalija Bock wurde zum Dreh- und Angelpunkt für Geflüchtete aus der Ukraine. Sie organisierte die Aufnahme in Privat-Wohnungen, vermittelte Kita- und Arbeitsplätze, fungierte als Schnittstelle zu Kommunal- und Landespolitik. Sie wurde schnell Ansprechpartnerin für alle Hilfe-Suchenden und Hilfe-Bietenden – und ist es bis heute.

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125 Jahre Erich Kästner

Kurzmitteilung

Dieses Jahr feiert der Dresdner Autor und Journalist Erich Kästner seinen 125. Geburtstag. Wir möchten dieses Jubiläum nutzen, um an den Namenspatron des Erich-Kästner-Preises zu erinnern und zusammen mit Roland Fröhlich einige Zeilen des „Kollegen Kästner“ in Erinnerung zu rufen. Gleichzeitig wollen wir die Gelegenheit nutzen, um den nächsten Erich-Kästner-Preisträger offiziell vorzustellen.

Wir treffen uns am Donnerstag, den 22. Februar um 12 Uhr an dessen Denkmal in der Neustadt (Alaunstraße Ecke Bautzner Straße). Eine kurze Voranmeldung bis zum Vorabend hilft uns ausreichend Sektgläser vorrätig zu halten. Wir freuen uns auf Ihr und Euer Kommen!

Ein echtes Stück Preußen in Sachsen

Weil die schöne Rosalie am preußischen Hof unerwünscht war, baute Prinz Albrecht von Preußen einen Wohnsitz am Dresdner Elbhang. Der Prinz hatte sich von seiner Frau Marianne von Oranien-Nassau scheiden lassen und deren Hofdame Rosalie von Rauch geheiratet: nicht standesgemäß, denn Rosalie war „nur“ die Tochter des preußischen Kriegsministers Gustav von Rauch.

Regelmäßig verleiht unser Presseclub seinen Erich-Kästner-Preis im Kronensaal von Schloss Albrechtsberg. Nun gewährte uns Messechef Ulrich Finger einen Blick hinter die Kulissen und gab uns bei einem angenehmen Abend viele Informationen zum Schloss.

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Der Presseclub Dresden verleiht den Erich-Kästner-Preis an Teresa Enke

Teresa Enke zu Gast in der NDR Talk-Show am 05.11.2019 in Hamburg.
© Robert Enke Stiftung

Der 25. Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden geht an Teresa Enke, Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung und Witwe des Nationaltorwarts Robert Enke, der schwer an Depression erkrankte und sich 2009 das Leben nahm. Damit ehrt der Presseclub die Verdienste von Teresa Enke, über Depression als Krankheit aufzuklären und sie aus der Tabuzone zu holen.

„Teresa Enke engagiert sich gegen die Stigmatisierung der Krankheit Depression und gibt vielen Betroffenen den Mut, sich zu offenbaren und Hilfe zu suchen“, erklärt der Vorsitzende des Presseclubs Carsten Dietmann. „Jeder kann an einer Depression erkranken, und gerade in der Corona-Krise hat die Zahl der Betroffenen zugenommen. Dass es in der Gesellschaft inzwischen ein größeres Verständnis für seelische Krankheiten gibt, ist auch Teresa Enke zu verdanken. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die anderen Menschen trotz mehrerer Schicksalsschläge Kraft und Hoffnung gibt. Das verdient auch im Sinne des Erich-Kästner-Preises großen Respekt und Anerkennung.“

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Presseclub Dresden gratuliert Jan Vogler zum Bundesverdienstkreuz

Am 1. Oktober 2021 hat Bundespräsident Frank Walter Steinmeier dem Cellisten und langjährigen Intendanten der Dresdner Musikfestspiele Jan Vogler das Bundesverdienstkreuz verliehen. Damit wird besonders sein Einsatz für die Kunst und das von den Corona-Einschränkungen betroffene Kulturleben geehrt. Der Presseclub Dresden freut sich über diese Ehrung und gratuliert Jan Vogler herzlich. Vor zehn Jahren hat der Club dem Künstler seinen Erich-Kästner-Preis verliehen und damit sein Engagement für Völkerfreundschaft und das Werben für die Kultur und für seine Heimatstadt geehrt.

Jan Vogler bei der Erich-Kästner-Preisverleihung 2011.

Der 1964 geborene Vogler wurde im Alter von 20 Jahren Solocellist der Staatskapelle Dresden, mit dreißig Jahren begann er seine Solokarriere. Seit 2008 leitet Jan Vogler die Dresdner Musikfestspiele. Zudem ist der international geschätzte Musiker seit 2001 Künstlerischer Leiter des Moritzburg-Festivals und etablierte dieses als eines der renommiertesten Kammermusikfestivals weltweit.

Erich-Kästner-Preisverleihung 2020 – die Reden

Aufgrund der Hygiene- und Abstandsvorschriften konnten wir in diesem Jahr deutlich weniger Gäste zur Preisverleihung zulassen, als in den Jahren zuvor. Das hat dazu geführt, dass wir leider vielen Interessierten eine Teilnahme absagen mussten. Dafür haben wir die Veranstaltung live auf Facebook übertragen.

Hier können Sie nun auch die Reden im Einzelnen noch einmal nachhören.
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