Stadtsprecher Daniel Heine zu Gast im Presseclub

Seit dem 1. Januar leitet Daniel Heine das Amt für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll der Landeshauptstadt Dresden. Am 27. Oktober war er im Presseclub unser Gast. Im Gespräch mit Vorsitzendem Andreas Weller erzählte er sehr locker vom Glück und Leid an der Spitze der Pressestelle. Dabei sei das Presseamt mit rund 20 Mitarbeitenden so etwas wie ein Nadelöhr und müsse verschiedene Interessenlagen faktenunterfüttert berücksichtigen. Etwa hundert weitere Personen arbeiten in den verschiedenen Ämtern der Stadt zu Fragen der Kommunikation. Während aktive Journalistinnen und Journalisten gern möglichst schnell und aus erster Hand Antworten auf ihre Fragen wünschen, forderte ein Presseclubmitglied, dass die Stadt wie ein Konzern zu leiten sei und nur abgestimmte Positionen veröffentlichen sollte.

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Presseclub zu Gast in der Palucca Hochschule für Tanz Dresden

Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass war der Presseclub Dresden am 20. Oktober 2025 zu Gast in der renommierten Bildungseinrichtung. Rektorin Katharina Christl, die hier einst selbst studiert hatte, führte die rund 25 Journalisten über den Campus. Dabei erinnerte sie im Tanzarchiv und in der Bibliothek an die reiche Geschichte des Hauses und daran, wie Gründerin Gret Palucca 1925 mit neuen Konzepten und ihrem einzigartigen Stil zur Pionierin des modernen Tanzes wurde. Im 2007 eingeweihten Neubau konnten sich die Presseclubmitglieder von den hervorragenden Ausbildungsbedingungen in den modernen Tanzsälen überzeugen. Gleich nebenan biete das Internat 60 Plätze für minderjährige Schülerinnen und Studierende, berichtete Katharina Christl. Das eigene Health Team der Hochschule sorge zudem mit Physiotherapeuten, Ernährungsberater und Fitnessraum für eine optimale gesundheitliche Betreuung der rund 170 Studierenden aus aller Welt. Viele von ihnen seien in Kooperationen mit der Semperoper Dresden eingebunden, von denen in diesem Jahr fünf realisiert werden.    

Wie die Institution in den 1950er Jahren den Neubeginn nach dem Krieg gestaltete, darüber berichtete Presseclubmitglied Heidrun Müller. Sie hatte zu dieser Zeit selbst an der Palucca Hochschule studiert. Damit auch bedürftige, talentierte Nachwuchstänzerinnen und -tänzer an der Hochschule studieren können, wurde von ihr und weiteren Tanzbegeisterten der Palucca-Stiftungsfonds ins Leben gerufen.

Text: Thomas Kaulfuß

Das war der 17. SommerSchwatz

Und wieder war er ausverkauft – der nunmehr 17. SommerSchwatz. 160 Gäste waren der Einladung ins Innside Hotel by Mélia gefolgt und setzten das Anliegen des Abends begeistert in die Tat um: es wurde geschwatzt, geplaudert, diskutiert – zunächst im Innenhof, später sogar in der Hotellobby.

Themen gab es viele, vor allem nach den Impulsen, die der Co-Vorsitzende Tobias Wolf in seiner Begrüßungsrede setzte.  „Im digitalen Dauerfeuer scheint das Miteinander?Sprechen auf dem Rückzug gegenüber dem Übereinander-Sprechen“, so seine Feststellung. „Sich auf den anderen einzulassen, ohne menschliche und demokratische Leitplanken zu vergessen, und deutlich zu widersprechen, wo sie verletzt oder beseitigt werden sollen“, so sein Wunsch an Politik, Gesellschaft, die Medienbranche und an jeden Einzelnen. Lars Radau, Geschäftsführer des Deutschen Journalistenverbandes in Sachsen, knüpfte daran an, beleuchtete die Situation der Medienlandschaft in Sachsen und fand hier auch deutlich kritische Worte.

Das Innside Hotel schuf in bewährter Weise den Rahmen und übernahm die kulinarische Begleitung des Abends mit einer großartigen Teamleistung.  Das Ganze zu so großzügigen Konditionen, dass dafür ein extra Dank gebührt. Das Buffet galt als Feuerprobe des neuen Küchenchefs Vladimir Schuldeis, die er mit Bravour gemeistert hat. Weitere Partner und Sponsoren des Presseclubs rundeten den Abend ab. So steuerten Wolle Förster und sein Team von „Sushi & Wein“ traditionell ein Sushi-Buffet bei. Dazu gab es wie seit vielen Jahren frisch gezapftes Radeberger Pilsner und alkoholfreie Getränke von Oppacher. Die Weine spendierten vier Winzergenossenschaften aus dem Kaiserstuhl in Baden. Erstmals lud die Likörfabrik Gustav Müller an eine Gin-Tonic-Bar inklusive eines alkoholfreien Cocktails ein.

Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musiker George Pesek, der durch die Jazz- und Eventagentur Gabriele Kaul vermittelt wurde.

Zwei Euro pro Eintrittskarte und auch den erwarteten Überschuss nach Abrechnung der ausverkauften Veranstaltung überweist der Club an seine Stiftung zur Finanzierung des Erich-Kästner-Preises. Er wird im Zwei-Jahres-Rhythmus – das nächste Mal 2026 – an eine Persönlichkeit verliehen, die sich um Toleranz, Humanismus und Völkerverständigung verdient gemacht hat.

Der SommerSchwatz ist nur möglich dank der Partner und Sponsoren, die dem Club bei der Vorbereitung und Durchführung zur Seite stehen. Deshalb geht ein herzliches Dankeschön auch an die VONOVIA, die SachsenEnergie AG, und die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die es mit ihrer finanziellen Zuwendung ermöglichen, dass der Eintritt zum SommerSchwatz erschwinglich bleibt. Außerdem danken wir dem Postdienstleister PostModern, der den Versand der Einladungen übernommen hatte.

Neben der Verleihung des Erich-Kästner-Preises hat sich der SommerSchwatz als feste Konstante im Kalender der Presseclubs Dresden e.V. etabliert. In diesem Sinne beginnen schon bald die Vorbereitungen auf den 18. SommerSchwatz 2026.

Text: Sabine Mutschke, Fotos: Anke Wolten-Thom

Willkommen beim Presseclub Dresden

Hervorgehoben

Der Presseclub Dresden ist das Forum für Dialog und Debatte in der sächsischen Landeshauptstadt. Seit über drei Jahrzehnten bringen wir Medien, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur an einen Tisch – offen, meinungsstark und immer nah an den Themen, die Dresden, Sachsen und darüber hinaus bewegen.

Als unabhängige Plattform für Journalistinnen und Journalisten sowie engagierte Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen schaffen wir Raum für fundierten Austausch, kritische Fragen und neue Perspektiven. Unsere Clubabende geben Einblicke hinter die Kulissen aktueller Entwicklungen – regional, national und international.

Dresden braucht Orte für echten Diskurs. Wir sind einer davon.
Seien Sie herzlich eingeladen – zum Zuhören, Mitdenken und Mitreden.

Verleihung „Gradmesser für exzellente Kommunikation“

Der Presseclub Dresden hat den Pressesprecher der Feuerwehr Dresden Michael Klahre mit dem „Gradmesser – Preis für exzellente Kommunikation“ ausgezeichnet. Damit würdigt der Presseclub die herausragende Krisenkommunikation von Michael Klahre und seinem Team der Öffentlichkeitsarbeit im Brand- und Katastrophenschutzamt der Landeshauptstadt Dresden insbesondere nach dem Einsturz der Carolabrücke am 11. September 2024. Der Preis wurde zum ersten Mal verliehen und beruht auf einer Initiative des Pressesprechers der „Weiße Flotte GmbH“ und Presseclubmitglieds Christoph Springer und des Social Media Experten Andreas Szabo. Der Meißner Künstler Kay Leonhardt wählte für den „Gradmesser“ ein auch als Winkelmesser bekanntes Werkzeug aus, das er in seiner Fasson beschriftet hat.

„Schnell, verbindlich, transparent und immer ganz nah dran am Geschehen und dem
Informationsbedürfnis der Medien vor Ort und bundesweit – so haben wir die Kommunikation von Michael Klahre und seinem Team nach dem Einsturz der Carolabrücke erlebt“, erklärt der Co-Vorsitzende des Presseclubs Dresden Tobias Wolf. „Die professionelle Nutzung aller Kanäle von Live Ticker über die klassischen Medien bis hin zu Social Media hat Maßstäbe gesetzt und große Anerkennung nicht nur in unserer Branche, sondern auch in der Bevölkerung gefunden. Das war preisverdächtig, und der „Gradmesser für exzellente Kommunikation“ des Presseclubs Dresden zeichnet diese Leistung aus.

Die vollständige Pressemeldung lesen SIe hier

Fotos: Anke Wolten-Thom

Clubabend Auswertung Bundestagswahl

Dann ist 2029 die Bühne bereitet für die AfD als stärkste Kraft

Bereits zum zweiten Mal durften wir Dr. Maik Herold und Dr. Steven Schäller im „1900“ an der Frauenkirche begrüßen: Die beiden Politikwissenschaftler, Experten für politische Kultur- und Demokratieforschung, forschen am Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) der TU Dresden. Wie schon zur Landtagswahl 2024 haben sie sich die Bundestagswahl 2025 für den Presseclub angesehen und deren Ergebnisse mit hochspannenden Erkenntnissen aus ihrer Forschung verknüpft. 

Schäller begann zunächst mit einem Blick auf den Wahlkampf: Eigentlich große Skandale, wie die „offene Feldschlacht“ der FDP oder die versuchte Rehabilitation von Gerhard Schröder durch den neuen SPD-Generalsekretär Matthias Miersch, wurden in diesem Wahlkampfwinter einfach übergangen. Oder erinnern Sie sich an die Rasierschaum-Torte im Gesicht von Christian Lindner? 

Die Wahlbeteiligung sei aus „demokratietheoretischer Sicht erfreulich“, das Ergebnis ist inzwischen allseits bekannt. Aus Sicht der Wähler seien die Regierungsergebnisse der Grünen nicht so schlecht einzuschätzen wie die der SPD und der FDP. Den völlig überraschenden „Achtungserfolg“ der Linkspartei mit einem Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zu 2021 hob er hervor.     

Das war es dann aber auch schnell mit „erfreulichen“ Fakten zur Bundestagswahl. Schaut man sich die Wahlkreise an „sehen sie hier die ehemalige DDR und die ehemalige BRD“, so Schäller. Zudem sei die SPD ab sofort höchstens als „ehemalige Volkspartei“ zu bezeichnen. Denn die Große Koalition von 2013 – CDU und SPD – ist heute zusammen nicht so stark wie die AfD. Deren Wähler seien keineswegs diktaturgeschädigt, wie es oft heißt: In den Altersgruppen 18 bis 44 fuhren sie größere Erfolge ein als in den Kohorten darüber, die vornehmlich CDU und damit konservativ wählten. Und auch die These, Frauen würden demokratischer wählen als Männer, ist nach dieser Bundestagswahl demnach widerlegt. Frauen zögen mit ihrer Wahlentscheidung für die AfD zeitversetzt nach.  

In der (teils) rechtsextremen Partei sei auch die eigentliche Zeitenwende der Ampelregierung zu finden: Gleichwohl die AfD über alle Berufsgruppen hinweg hinzugewann, ist sie mit weitem Abstand die stärkste Kraft unter Arbeitslosen und Arbeitern. Dort ist ein „fundamentaler Kulturwandel in den Wahlabsichten derer“ zu beobachten, „die ihre Hoffnung nicht mehr auf konservativ-bürgerlich oder sozialdemokratisch, sondern in die AfD legen“, so Schäller. „Ja, die AfD hat ihr Ziel erreicht und die CDU zerstört. Die Brandmauer ist nur noch Friedrich Merz. Und wenn Merz scheitert, ist 2029 die Bühne bereitet für die AfD als stärkste Kraft“, sagte Herold auf Nachfrage. 

Dabei liegen die Gründe für diese Wahlentscheidungen, die sogenannten „soziodemografischen Determinanten“, weit zurück in der Vergangenheit: Wie die Forschungsdaten von Herold und Schäller zeigen ist dort, wo die Arbeitslosigkeit 1998 hoch war, heute auch die Zustimmung für die AfD sehr hoch, für CDU und Co. sehr niedrig. Das gilt aber nicht für die Orte, an denen 2022 die Arbeitslosigkeit sehr hoch war. Und das ist nur im Osten der Republik so. Nicht in Westdeutschland. „Den Zusammenhang haben wir schon zur Landtagswahl festgestellt.“ Das Gleiche gelte für Überalterung, Wegzug, Daseinsvorsorge. 

Aber das hier soll ein Auszug bleiben. Wir bedanken uns recht herzlich bei Dr. Maik Herold und Dr. Steven Schäller für einen nachdenklichen Abend, der lange nachhallen wird. Leider. 

In Absprache mit den beiden Forschern kann die Präsentation des Abends auf Nachfrage gern eingesehen werden. Wenden Sie sich dafür bitte an unsere Geschäftsstelle: Antje Herrmann, info@presseclub-dresden.de

Text: Erik Töpfer

Presseclub zu Gast beim Landesamt für Denkmalpflege Sachsen

Das sieht man selten: Eine Zeichnung vom Foyer der Oper mit der Unterschrift von Gottfried Semper. Beim Besuch im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen erhielten Mitglieder des Presseclubs spannende Einblicke in die Plansammlung. Sie umfasst schätzungsweise etwa 70.000 Blätter aus dem 17. bis 21. Jahrhundert zu Bau- und Kunstdenkmalen in Sachsen und gehört damit zu den bedeutendsten Sammlungen von Architekturzeichnungen in Deutschland. Der Bestand umfasst die gesamte Bandbreite der Darstellungen – Lagepläne, Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Perspektiven und Details. Viele der Zeichnungen gehen auf so namhafte Architekten und Künstler wie Matthäus Daniel Pöppelmann, Johann Christoph Knöffel, Giovanni Antonio Pellegrini, Gaetano Chiaveri, Gottfried Semper, Franz Theodor Große oder Richard Riemerschmid zurück. Zum Sammlungsbestand gehört auch eine Reihe von Nachlässen und Schenkungen von Architekten und Hochschullehrern. Als wahre Schatzkammer bezeichnete Medienbeauftragte Sabine Webersinke diese Sammlung.

Bei der Führung an diesem Abend stand Gottfried Semper im Mittelpunkt. Das Landesamt bewahrt rund 300 Blätter des zeichnerischen Nachlasses dieses bedeutenden Architekten auf. Darunter sind mehrere Entwürfe für die Gemäldegalerie, für die Gottfried Semper verschiedene Standorte prüfte, wie uns Referent Martin Schuster erläuterte. Weitere rund 260 Zeichnungen befinden sich in der Kunstakademie Hochschule für Bildende Künste Dresden. In Zürich, Hamburg und München gibt es ebenso Originalzeichnungen. Gemeinsam mit dem Gottfried-Semper-Club Dresden e. V., dessen Vorsitzender Lucas Müller die Anregung zu diesem Clubabend gegeben hatte, soll jetzt das Gesamtwerk von Gottfried Semper publiziert werden.

Bevor es in die Räume der Plansammlung ging, hatte der Sächsische Landeskonservator Alf Furkert die Mitglieder unseres Presseclubs zunächst auf die Aussichtsterrasse Dachgeschoss des Ständehauses am Schlossplatz eingeladen. Von hier aus lassen sich zahlreiche Beispiele für den Denkmalsschutz in Dresden erkennen. Das Gebäude, 1901 bis 1907 nach Entwürfen des Architekten Paul Wallot als Sitz des Sächsischen Landtags geschaffen, beherbergt heute das Oberlandesgericht Dresden und unter dem Kupferdach das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen. Referatsleiterin Silke Kosbab führt uns durch die Immobilie den Bau. Verblüffend: An der Stelle des einstigen Plenarsaals entstand beim Umbau Ende der 1990er Jahre ein Gerichtssaalkubus mit sieben Gerichtssälen. Er wurde als „Haus im Haus“ auf einem eigenen Fundament errichtet.

Ein Besuch in der Ausstellung „Gemeinsam Kulturdenkmales retten“ zum Jubiläum 50 Jahre Studiengang Restaurierung rundete den Besuch ab. Der Presseclub Dresden bedankt sich herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesamtes für die spannenden Einblicke.

Text: Bettina Klemm, Fotos: Antje Herrmann