Regierungssprecher Christian Hoose zu Gast im Presseclub

Regierungssprecher Christian Hoose im Gespräch mit Christian Fischer, Foto: P. Gehlich

Ein Anruf von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich am 29. Mai hat das Leben von Christian Hoose nochmals verändert. Der 60-Jährige konnte und wollte nicht ablehnen und so wurde er neuer Regierungssprecher in Sachsen. Das erzählte Hoose bei seinem Besuch am 15. Oktober 2012 im Presseclub Dresden.

Die Moderation hatte Christian Fischer von der Dresdner Bild-Zeitungsredaktion übernommen. Vielen ist Hoose in Dresden noch ein Begriff, war er doch von 1992 bis 2000 Pressesprecher der CDU-Fraktion im Landtag. Vor seiner erneuten Rückkehr leitete der von 2007 bis 2012 das Pressereferat des Deutschen Bundestags.

In der lebhaften Diskussion ging es insbesondere um die Rolle der neuen Medien wie beispielsweise Facebook. „Wir überlegen gerade, wie es uns gelingen kann, unter 30-Jährige zu gewinnen“, sagte Hoose. Er kündigte eine Überarbeitung des Internetauftritts an, räumte aber zugleich ein, dass er über noch kein schlüssiges Konzept verfüge.

Eine Imagekampagne für Sachsen liegen in den „letzten Zügen“, die Vergabe an eine Agentur stehe bevor.

„BILD Dresden“: Unterschrift verweigert, Top-Model ausgeschnitten

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Was macht man, wenn „Promis“ allzu strenge Regeln für die Berichterstattung auflegen? Man berichtet drüber – so wie „BILD Dresden“ heute.

Weil der Zeitung die Auflagen des Managements für die Berichterstattung über Top-Model-Teilnehmerin Neele Hehemann aus Dresden zu streng waren („ohne Unterschrift dürfen Redaktionen keine Fotos drucken“, „Berichte wollen Klums Mitarbeiter auf eventuelle Kritik gegenlesen“), schnitt die Redaktion die junge Frau schlicht aus den Bildern wieder raus.

Hier geht’s zum Bericht samt Fotostrecke mit ohne Neele: „Arme Neele – Willkommen in der harten Modelwelt!

„BILD Dresden“ jetzt mit eigener Facebook-Seite

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Und weiter geht’s: Nach „Sächsischer Zeitung„, „Dresden Fernsehen„, „PRINZ Dresden“ (haben wir noch ein Dresdner Medienangebot übersehen?) hat sich jetzt auch die Online-Redaktion von „BILD Dresden“ ein eigenes Facebook-Profil zugelegt. Auf der Seite finden sich aktuelle Meldungen von Dresden.bild.de, die für das regionale Internetangebot erstellt werden.

Spannend: Weiterlesen

Zur aktuellen Situation der Vergütung journalistischer Arbeit im Freistaat Sachsen

Die Vergütungsregeln für Freie im Printbereich, die am 1. Februar in Kraft treten sollen, haben offensichtlich die Diskussion über die Vergütung journalistischer Arbeit insgesamt neu angefacht. Was ist Journalismus und wie wird er vergütet? Diese Frage muss ergänzt werden: Was ist uns journalistische Arbeit heute wert?

Immer weniger offensichtlich. Doch das Spektrum von Vergütungsregelungen ist sehr breit gefächert. Es reicht von Minimalvergütungen, die den jeweiligen Aufwand völlig ignorieren (Der Autor bekommt lediglich „ein Geld“) bis zu tariflichen Allround-Regelungen, die laufend angepasst werden. Der der Vergütung zugrunde liegende Tarifvertrag ist dabei heute eher die Ausnahme. Von den rund 3000 Journalistinnen und Journalisten, die der Landesverband der Freien Berufe im Freistaat Sachsen nennt, sind nach den Zahlen des sächsischen Journalistenverbandes (DJV Sachsen) mehr als die Hälfte freiberuflich tätig.

Rund 350 Mitglieder des Verbandes sind bei sächsischen Medienbetrieben festangestellt.

Doch Festanstellung heißt eben nicht gleichzeitig Tarifgehalt und auch sonst gute Konditionen. Um die regionalen tarifgebundenen Unternehmen im Medienbereich im Freistaat Sachsen aufzuzählen, kann man getrost eine Hand in der wärmenden Hosentasche lassen… MDR, LVZ, DNN, SZ/Mopo (plus Bild als überregionales Blatt) – mehr ist nicht. Ansonsten regiert der Markt, der Anzeigen-Markt! Denn die Anerkennung journalistischer Arbeit erfolgt kaum aufgrund von Auflagenhöhen, die durch Rezipienten-Entscheidung bestimmt werden. Die höchsten Auflagen haben ohnehin Anzeigenblätter, die als Wurfsendung mit allerlei Werbung in den Briefkästen landen.

Die großen sächsischen Regionalzeitungen müssen sich an ihren Abonnenten messen lassen. Weiterlesen

Wie die „BILD“ einmal Dresden mit Bonn verwechselte

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Dramatische Szenen heute früh im Büro: Die Kollegin hat im  Frühstücksfernsehen (Clipfish-Video) Nachrichten aus Dresden aufgeschnappt. Der Vater des dritten Kindes von Topmodel Nadja Auermann stamme aus Dresden, heißt es da. Oh, ein Max aus Dresden, wer könnte das sein! Schnell die Suchmaschine angeschmissen – und tatsächlich, die „BILD“ hat’s gemeldet: „Seine Name ist Max – er ist Arzt und kommt aus Dresden“ (siehe Ausriß links – Hervorhebung durch uns). Also schön die Tratschmaschinerie via Twitter und Facebook verlängern und mal fragen, ob jemand mehr weiß.

Keine Stunde später, die Rückmeldung bei Twitter: „da steht aber was von bonn .. zumindest in der version aufm iphone„. Und stimmt: Offenbar hat man sich bei „BILD“ vertan und den Ort einfach nachträglich getauscht (s. Ausriß rechts, Hervorhebung durch uns). So eine Enttäuschung.

Mal schauen, ob und wie schnell jetzt die übrigen Medien, die die Meldung artig übernommen haben, ihre Online-Berichte korrigieren…

Wer enttarnt Schleichwerbung? Katrin Saft über die Arbeit des Deutschen Presserates

Katrin Saft zeigt eine gemeinsame zulässige Aktion von Bild und Lidl

Foto: Katrin Saft zeigt eine gemeinsame zulässige Aktion von Bild und Lidl

Wo Anzeige drin ist, muss auch „Anzeige“ drauf stehen! In Zeiten sinkender Werbeeinnahmen durch ansteigende Nutzung des Internets wird in Printmedien unauffällig, aber verstärkt „zwischen den Zeilen“ geworben.

Schleichwerbung ist für Presseclub-Vorstandsmitglied Katrin Saft, SZ-Redakteurin und Mitglied des Deutschen Presserates, ein rotes Tuch. Im Presseclub Dresden erläutert sie engagiert die Arbeit des fast auf den Tag genau vor 53 Jahren gegründeten Gremiums der freiwilligen Selbstkontrolle, um ein 1956 geplantes Bundespressegesetz zu verhindern.

Die Fakten: Betriebsfusionen schmälern die Einnahmen der Printmedien durch Inserate. Weiterlesen

„Mopo Dresden“: „publizistischer Mega-GAU“ für Orosz

So sind Medien: Die Klage von Oberbürgermeisterin Helma Orosz gegen das Bild der Malerin Erika Lust nutzt die „Dresdner Morgenpost“ am Samstag, um das Gemälde großflächgig auf der Titelseite zu zeigen. Nur die Intimstellen sind mit Balken verdeckt. Die Schlagzeile dazu: „Arme OB Orosz! Ganz Deutschland guckt jetzt die nackte Helma“.

Die Geschichte im Innenteil („‚Dickliche Frau‘: Bundes-Medien verhöhnen OB!“) nennt Beispiele der bundesweiten Medienberichterstattung zur Klage Orosz gegen Lust:

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Medienlinks: Enke, Reiter, niiu, Biermann

dimbb-logo_kleinMedienlinks vom 13., 14. und 16. November

Das Fernsehen und Robert Enkes Tod
Muss die Aufgabe, die uns Robert Enke mit seinem plötzlichen Freitod gestellt hat, von TV-Experten gelöst werden? Von Reinhold Beckmann, ARD, Michael Steinbrecher, ZDF, Thomas Herrmann oder Udo Lattek, DSF?
tagesspiegel.de

Udo Reiter über sich
Aber er wäre gern noch ein bisschen Zocker, Macher und Provokateur, Söldner, Abenteurer, Irrer. Zurzeit ruft er ein Innovationsprogramm aus. Alle sollen Ideen einreichen. Und kürzlich hat er sich mal den Einstellungstest zeigen lassen, den angehende MDR-Volontäre ausfüllen müssen. Er wollte wissen, ob er im eigenen Haus eine Chance hätte. Reiter bestand. Dennoch lässt er den Test jetzt ändern. Er fand die Fragen so altmodisch.
spiegel.de

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„Zu Zensur gezwungen“: Künstlerbund attackiert „BILD“-Zeitung

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Seit einigen Tagen sorgt es medial für Aufregung: Das Bild der Künstlerin Erika Lust, dass Helma Orosz fast nackt und in Strapsen zeigt und den Titel „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ trägt. Der „BILD“-Redaktion in Dresden ist das Ölgemälde, das zunächst auf der Webseite des Künstlerbundes Dresden zu finden war, heute einen großen Aufmacher wert (Screenshot). Gleich am Anfang heißt es: „Und das bei einem Verein, der sogar mit öffentlichen Geldern gefördert wird“.

Dagegen wehrt sich der Verein jetzt mit einem offenen Brief Weiterlesen