LPK Sachsen: Zitat, Foto und Überschrift des Jahres

Lesehinweis: „Die 300 Gäste des Sommerfestes der Landespressekonferenz Sachsen haben am Mittwochabend entschieden: Sie kürten einen Spruch von Antje Hermenau, Fraktionschefin der Grünen im Landtag, zum besten Politikerzitat das Jahres“, heißt es heute in der „Sächsischen Zeitung“ unter dem Titel: „Journalisten küren freche Sprüche und flotte Fotos„.

In dem Beitrag sind auch das Foto (von AP-Fotograf Matthias Rietschel) und die Schlagzeile des Jahres („Mopo“) zu finden.

Zur aktuellen Situation der Vergütung journalistischer Arbeit im Freistaat Sachsen

Die Vergütungsregeln für Freie im Printbereich, die am 1. Februar in Kraft treten sollen, haben offensichtlich die Diskussion über die Vergütung journalistischer Arbeit insgesamt neu angefacht. Was ist Journalismus und wie wird er vergütet? Diese Frage muss ergänzt werden: Was ist uns journalistische Arbeit heute wert?

Immer weniger offensichtlich. Doch das Spektrum von Vergütungsregelungen ist sehr breit gefächert. Es reicht von Minimalvergütungen, die den jeweiligen Aufwand völlig ignorieren (Der Autor bekommt lediglich „ein Geld“) bis zu tariflichen Allround-Regelungen, die laufend angepasst werden. Der der Vergütung zugrunde liegende Tarifvertrag ist dabei heute eher die Ausnahme. Von den rund 3000 Journalistinnen und Journalisten, die der Landesverband der Freien Berufe im Freistaat Sachsen nennt, sind nach den Zahlen des sächsischen Journalistenverbandes (DJV Sachsen) mehr als die Hälfte freiberuflich tätig.

Rund 350 Mitglieder des Verbandes sind bei sächsischen Medienbetrieben festangestellt.

Doch Festanstellung heißt eben nicht gleichzeitig Tarifgehalt und auch sonst gute Konditionen. Um die regionalen tarifgebundenen Unternehmen im Medienbereich im Freistaat Sachsen aufzuzählen, kann man getrost eine Hand in der wärmenden Hosentasche lassen… MDR, LVZ, DNN, SZ/Mopo (plus Bild als überregionales Blatt) – mehr ist nicht. Ansonsten regiert der Markt, der Anzeigen-Markt! Denn die Anerkennung journalistischer Arbeit erfolgt kaum aufgrund von Auflagenhöhen, die durch Rezipienten-Entscheidung bestimmt werden. Die höchsten Auflagen haben ohnehin Anzeigenblätter, die als Wurfsendung mit allerlei Werbung in den Briefkästen landen.

Die großen sächsischen Regionalzeitungen müssen sich an ihren Abonnenten messen lassen. Weiterlesen

Oliver Radtke neuer Geschäftsführer beim DD+V

Nun ist es offiziell: Thomas Düffert, der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung des Dresdner Druck- und Verlagshauses DD+V, verlässt das Unternehmen und wechselt zu Madsack nach Hannover. Neuer Vorsitzender der Geschäftsführung wird Oliver Radtke.

In der offiziellen Mitteilung heißt es: „Oliver Radtke, 41, ist seit 1991 in verschiedenen Positionen bei Gruner + Jahr sehr erfolgreich tätig und seit 2007 Verlagsgeschäftsführer Operations und Mitglied der Geschäftsführung von Gruner + Jahr Deutschland.“

Düffert war seit 2007 beim DD+V; Radtke soll die Aufgaben spätestens zum 1. Juli übernehmen. Das DD+V gibt u.a. die „Sächsische Zeitung“, „Morgenpost Sachsen“ sowie diverse Magazine und Online-Portale heraus. Dazu kommen eine Reihe von Dienstleistungen im verlagsnahen Bereich (bspw. PostModern oder auch die Agentur Neuwerk). Eine Übersicht über die Aktivitäten der DD+V finden Sie hier. Gesellschafter des DD+V sind Gruner+Jahr sowie die SPD-Medienholding dd_vg.

Gerücht: Thomas Düffert verlässt das Dresdner Druck- und Verlagshaus DD+V

Thomas Düffert, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG (u.a. „Sächsische Zeitung“, „Morgenpost“) verlässt das Unternehmen, um zur Verlagsgruppe Madsack nach Hannover zu wechseln. Das melden diverse Nachrichtendienste mit dem Hinweis, dass die offizielle Bestätigung noch aussteht (u.a. kress.de und wuv.de). Da es bislang kein Dementi gibt (die ersten Meldungen stammen vom Montag), ist davon auszugehen, dass die Nachricht stimmt.

Den Branchendiensten nach übernimmt Düffert bei Madsack in Hannover die Position als Zeitungsgeschäftsführer für Niedersachsen. Offen ist, wie seine Berufung nach Hannover mit dem Abgang von Madsack-Web-Chef Andreas Arntzen zusammenhängt. „Werben & Verkaufen“ schreibt unter der Überschrift „Madsack: Web-Chef Arntzen verlässt den Verlag„:

„Fraglich ist, ob der Posten von Arntzen in der Holding-Geschäftsführung neu besetzt wird. Kolportiert wird, dass der Geschäfts­führer Thomas Düffert seine Aufgaben übernimmt, der vom Dresdner Druck- und Verlagshaus als Zeitungsgeschäftsführer für den niedersächsischen Raum zu Madsack wechselt.“

Düffert hatte den Vorsitz der Geschäftsführung beim DD+V im Januar 2007 übernommen. Weiterer Geschäftsführer des DD+V ist Carsten Dietmann.

Wer enttarnt Schleichwerbung? Katrin Saft über die Arbeit des Deutschen Presserates

Katrin Saft zeigt eine gemeinsame zulässige Aktion von Bild und Lidl

Foto: Katrin Saft zeigt eine gemeinsame zulässige Aktion von Bild und Lidl

Wo Anzeige drin ist, muss auch „Anzeige“ drauf stehen! In Zeiten sinkender Werbeeinnahmen durch ansteigende Nutzung des Internets wird in Printmedien unauffällig, aber verstärkt „zwischen den Zeilen“ geworben.

Schleichwerbung ist für Presseclub-Vorstandsmitglied Katrin Saft, SZ-Redakteurin und Mitglied des Deutschen Presserates, ein rotes Tuch. Im Presseclub Dresden erläutert sie engagiert die Arbeit des fast auf den Tag genau vor 53 Jahren gegründeten Gremiums der freiwilligen Selbstkontrolle, um ein 1956 geplantes Bundespressegesetz zu verhindern.

Die Fakten: Betriebsfusionen schmälern die Einnahmen der Printmedien durch Inserate. Weiterlesen

„Mopo Dresden“: „publizistischer Mega-GAU“ für Orosz

So sind Medien: Die Klage von Oberbürgermeisterin Helma Orosz gegen das Bild der Malerin Erika Lust nutzt die „Dresdner Morgenpost“ am Samstag, um das Gemälde großflächgig auf der Titelseite zu zeigen. Nur die Intimstellen sind mit Balken verdeckt. Die Schlagzeile dazu: „Arme OB Orosz! Ganz Deutschland guckt jetzt die nackte Helma“.

Die Geschichte im Innenteil („‚Dickliche Frau‘: Bundes-Medien verhöhnen OB!“) nennt Beispiele der bundesweiten Medienberichterstattung zur Klage Orosz gegen Lust:

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Finanzkrise trifft MDR: Sender „zockte“ mit TV-Gebühren (Nachtrag: Stellungnahme des MDR)


Der MDR hat über Jahre hinweg Hunderte Millionen Euro als Rücklagen in Wertpapieren angelegt. Zwischen 1994 und 1999 legte der Sender insgesamt sieben Spezialfonds an, schreibt heute die „Bild“-Zeitung unter dem Titel „MDR verzockt unsere Rundfunkgebühren„. Auch die „Mopo“ berichtet groß (leider nicht online).

Hintergrund für die Berichterstattung ist ein Bericht des Landesrechnungshofes Sachsen. Demnach ist der Wert der Fonds 2008 durch die Finanzkrise stark gesunken. „Der MDR steht offenbar vor einem Finanzdesaster“, schreibt Spiegel Online dazu. Eine offizielle Stellungnahme des MDR gab es am Vormittag nicht. Weiterlesen

LPK: neuer Vorstand gewählt

Gunnar Saft ist der neue Vorsitzende der Landespressekonferenz Sachsen e.V. (LPK). Der für die „Sächsische Zeitung“ arbeitende Redakteur wurde auf der jährlichen Mitgliederversammlung der Landespressekonferenz gewählt. Damit löst er Axel Köhn (MDR Sachsenspiegel) ab.

Gunnar Saft war bereits von 2002 bis 2007 Vorsitzender der LPK, seitdem agierte er als Schatzmeister. Weiterlesen

IVW: Immer weniger verkaufte Zeitungen in Dresden

Das Bild sind wir schon fast gewohnt: Die Auflagen der verkauften Zeitungen in Dresden sind auch im vierten Quartal laut IVW leicht rückläufig. Ausreißer sucht man in den Auflagentabellen vergebens: Die „Sächsische Zeitung“ verliert im Vergleich zum Vorjahresquartal 2,59% (verkaufte Auflage jetzt: 95.121 Exemplare). Trotzdem dürfte man im Hause DD+V darüber nicht total unglücklich sein – im Interview mit presseclub-dresden.de hatte Chefredakteur Uwe Vetterick im Sommer doch erzählt, wie sehr man sich darüber gefreut habe, im zweiten Quartal 2008 erstmals seit 10 Jahren einen Auflagenschwund von unter 3% erreicht zu haben.

Etwas mehr als 3% haben die „Dresdner Neueste Nachrichten“ an verkaufter Auflage im Vergleich zum Vorjahresquartal eingebüßt Weiterlesen