Vom Einsturz zur Vision. Die Carolabrücke als Zukunftsprojekt für Dresden

Die Carolabrücke – „mehr Zentrum geht nicht!“, sagt Steffen Marx. Und weiß, wovon er spricht: Denn der Direktor des Instituts für Massivbau an der TU Dresden ist der Mann hinter der Ursachenforschung zum Einsturz der Carolabrücke. Folgerichtig standen die Zukunft der neuen, alten Elbquerung und er im Mittelpunkt des letzten Clubabends im Dresdner Presseclub.

Marx weitete zunächst den Blick über Dresden hinaus. „In Italien stürzt jedes Jahr mindestens eine Brücke ein. Wenn wir so weitermachen, kommen wir auch dahin.“ Deutschland habe keine schlechten Bauwerke, pflege sie aber unzureichend. Infrastruktur werde über Jahre auf Verschleiß gefahren, Investitionen würden zugunsten kurzfristiger Wahlversprechen vertagt. Über 1000 Brücken bundesweit seien mit jenem Spannstahl gebaut, der auch bei der Carolabrücke verbaut wurde. Ein Sondervermögen allein reiche für die Bauwerke nicht aus.

Wie den Berichterstattungen der DNN, der Sächsischen Zeitung und der Dresdner Morgenpost bzw. TAG24 zu entnehmen waren, muss sich der Abend aber um erfreulichere Dinge gedreht haben: Die schier unendliche Spurendiskussion entlang der Brücke etwa. Eine neue Elbquerung müsse leistungsfähig sein – vier Autospuren seien dafür aber nicht zwingend nötig, formulierte Marx am Abend auch, nun, deutlich. Staus entstünden meist nicht auf der Brücke selbst, sondern an den Kreuzungen davor und dahinter. Würden diese Bereiche umgebaut, ließe sich der Verkehr auch mit weniger Spuren flüssig organisieren.

Für Marx ist klar: Dresden habe mit dem Neubau eine seltene Chance. „Die Carolabrücke – mehr Zentrum geht nicht. Lasst uns die Chance nutzen und gemeinsam sagen, was wir unter einer guten Brücke verstehen.“

Dank des Moderators des Abends, Journalist Peter Hilbert, haben Sie die Chance, den Presseclub zu unterstützen und ebenso davon zu profitieren. Denn Hilbert ist nicht nur ein ausgewiesener Experte in sämtlichen Brücken-, Kraftwerks- und anderen technischen Fragen. Er ist auch Autor des Buches „Der Brückeneinsturz. Dramatische Ereignisse, Geschichte und Geschichten rund um die Carolabrücke und andere Dresdner Elbebrücken“, das es in den „DDV Lokalen“ und Buchhandlungen zu erstehen ist. Die Einnahmen möchte Hilbert freundlicherweise dem Presseclub spenden. Wir danken dir dafür sehr, lieber Peter.

Text und Bild: Erik Töpfer

Der Presseclub zu Gast in der Citywache Dresden

Wie weiter zwischen Wiener Platz und Ferdinandplatz? Entlang der Prager Straße reihen sich gleich mehrere Kriminalitätsschwerpunkte der Landeshauptstadt. Die Polizei versucht dem seit zweieinhalb Jahren mit der Präsenz- und Ermittlungsgruppe „Innenstadt“ entgegenzuwirken. Zusammen mit der Kommune gibt es seit Mai 2025 auch die Citywache. Mit dem Ersten Polizeihauptkommissar Volker Gulitz und dem Pressesprecher der Polizeidirektion Dresden Thomas Geithner schilderten nun gleich zwei Polizisten im „Presseclub Dresden“ ihre Sicht auf die Sicherheit in Dresdens Zentrum.

Thomas Geithner verantwortet nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Dresden, er steckt auch hinter dem Konzept der Citywache in der Dresdner Straße. Dabei wird er nicht müde zu betonen, dass es sich dabei um kein Polizeirevier handelt. Vielmehr sei es ein Vernetzungspunkt zwischen Händlern, Passanten, der Stadtverwaltung und der Polizei. „Die große Trendwende haben wir noch nicht geschafft“, sagt er mit Blick auf die Sicherheitslage am Wiener Platz. „Es gab eine Verbesserung in der Straßenkriminalität, dafür ist aber die Zahl der Ladendiebstähle gestiegen.“ Nach wie vor ist der Wiener Platz noch Kriminalitätsschwerpunkt. „Wir erreichen eine gewisse Verdrängung“, sagt Geithner. „Aber damit verlagert sich die Drogenszene aktuell mehr Richtung Rundkino. Man kriegt es vielleicht aus dem Sichtfeld weg.“ Die Citywache werde allerdings mit rund 700 Vorsprachen gut angenommen.

Auf der Straße selbst ist seit rund zweieinhalb Jahren die Präsenzgruppe „Innenstadt“ unterwegs, schon seit Beginn angeführt von Volker Gulitz. „Wir sind immer zwischen 18 und 20 Kollegen“, erklärt er. „Wir versuchen, jeden Tag eine Doppelstreife auf die Straße zu kriegen, manchmal auch sechs Kollegen.“

Neben der sichtbaren Tätigkeit gibt es im Hintergrund noch die Ermittler. Rund 1500 Strafverfahren sind so bereits zustande gekommen, nicht nur in Dresden: Aktuell läuft in Oranienburg ein Prozess zu einem Drogenumschlagplatz. Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang in der Dresdner Innenstadt. Hier wiederum flogen mehrere Depotwohnungen auf.

Um die Szene zu stören, arbeitet die Gruppe auch mit Aufenthaltsverboten: „In den knapp zwei Jahren wurden rund 30 Aufenthaltsverbote ausgesprochen“, sagt Gulitz. „Bei wiederholtem Verstoß kann ein Richter 24 Stunden Gewahrsam verhängen.“ Viele Drogendealer vor Ort sein den Beamten auch mittlerweile einschlägig bekannt. „Sorgen bereitet uns, dass der Handel mit Arzneimitteln wie Pregabalin und Tilidin zunimmt“, so der Kommissar. „Wir haben mittlerweile fast täglich Funde.“Zudem stünden Kokain, Crystal und Amphetamine wieder hoch im Kurs.

Kümmert sich die Präsenzgruppe zum Großteil um die Verfolgung von Straftaten, geht es in der Wache auch um Vorbeugung: „Wir beschäftigen uns damit ein KI-Videoüberwachungs-gesetz zu prüfen“, sagt Geithner. Kameras sollen verdächtige Vorgänge automatisch erkennen und dann Polizisten alarmieren. Mit den aktuellen Gesetzen ist das jedoch noch nicht möglich. Zudem soll auch stadtplanerisch etwas geschehen: Die Blumenkübel, die den Dealern als Deckung dienen, sollen zum Beispiel verschwinden. Ein Hauptproblem in der Innenstadt seien die Drogen, Gewaltdelikte seien fast ausschließlich innerhalb des Milieus feststellbar. Übergriffe auf Passanten gebe es kaum. „Abstrakt gesehen kann ich natürlich immer Opfer einer Straftat werden“, fasst Geithner die Lage zusammen. „Aber ich sage: Dresden ist sicher, eine der sichersten Städte Deutschlands.“

Text: Eric Hofmann

v.l.n.r.: Thomas Geithner, Andreas Schulz (Presseclub Dresden), Volker Gulitz

Ein bewegender Abschluss unseres Presseclub-Jahres: Besuch im Ukrainischen Haus

Am 1. Dezember fand der letzte Clubabend des Jahres des Presseclub Dresden statt und er hätte kaum einen stärkeren, passenderen Abschluss bilden können. Wir waren zu Gast im Ukrainischen Haus im Quartier an der Frauenkirche, um mit Natalija Bock, der Trägerin des Erich-Kästner-Preises 2024, ins Gespräch zu kommen.

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Clubabend mit Frank Richter und dem Verein Matteo

Verein Matteo gibt Geflüchteten Sicherheit: Vorsitzender Stephan Theo Reichel spricht im Presseclub über Kirchenasyl

Weil der Rechtsstaat oft versage, sei das Kirchenasyl notwendig, sagte Stephan Theo Reichel bei seinem Besuch im Presseclub am 8. September. Er kommt aus München und ist Vorsitzender des Vereins Matteo- Kirche und Asyl sowie Beauftragter für Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Herrnhuter Brüdergemeinde. Ausführlich erzählte er im Gespräch mit Presseclubmitglied und Kästner-Preisträger Frank Richter von den Möglichkeiten des Kirchenasyls und den Anfängen seiner Arbeit in Bayern. Kirchenasyl stammt übrigens aus dem Mittelalter und wurde 1803 abgeschafft, seit den 1980er erfahre es jedoch eine Wiederbelebung, weil der Rechtsstaat nicht funktioniere.

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Die dpa zwischen klassischen Printmedien und Digitalisierung

Interessante Einblicke in die Arbeit der Deutschen Presseagentur (dpa) gaben  beim Clubabend am 30. Juni 2025 Christine Raatz und Jörg Schurig. Die dpa . schon aufgrund der Gründung vor 75 Jahren vorrangig mit den Printmedien verbunden (150 Medienunternehmen sind Gesellschafter der dpa), kann als weltweit agierende deutsche Nachrichtenagentur auf eine nahezu geschlossene Abnehmer-Front der großen klassischen Medien verweisen. Basis dafür ist die nachrichtendienstliche hohe Qualität. Meldungen verlassen erst dann das Haus, wenn unmittelbar selbst und mindestens einmal gegenrecherchiert wurde. Damit sei man zwar nicht immer der Erste, aber fast hundertprozentig der Sachlich-Exakteste. Auch der kleinste Fehler werde korrigiert, so die Gäste der Runde im Dresden 1900.

Die Presseclub-Mitglieder erfuhren viel über Themenfindung und –planung und auch kleine Details und Interna aus der täglichen Arbeit. Jörg Schurig, seit 2018 Außenbüroleiter bei dpa Dresden, verriet, dass er den Hauptteil seiner Arbeit dem Geschehen im Landtag widmet. Für eine Sommer-Hitze-Story wolle er sich aber am Folgetag Zeit nehmen und mit Fotograf zur Recherche vor Ort ins nahe Meißen fahren.

Christine Raatz, als Co-Pilotin in der dpa-Außenstelle Berlin unter anderem für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig, gab einen Überblick über Struktur und Arbeitsweise der dpa insgesamt. Die Agentur zähle zu der größten unabhängigen Nachrichtendiensten weltweit und informiere zuverlässig in sieben Sprachen. Die dpa ist den Fakten verpflichtet und steht für verlässliche und verifizierte Nachrichten, Bilder, Audios und Videos, Grafiken und weitere Formate.

Christine Raatz und Jörg Schurig ließen erkennen, dass ihnen die Arbeit bei der dpa Spaß macht. Auch nach dem offiziellen Teil waren noch zahlreiche Fragen zu beantworten….

Presseclub dresden 30.06.2025 dpa

Text und Bild: Michael Hiller

Sportliches Leben nach der Transplantation:Dresden wird Bühne für Weltspiele

Bei unserem Clubabend am 16. Juni 2025 wurde uns ein erster Einblick in die World Transplant Games (WTG) gegeben: Ein Sportereignis voller Lebensfreude, sportlicher Höchstleistung und einem starken Appell für mehr Organspendenbereitschaft!

Vom 17. bis 24. August 2025 ist Dresden Gastgeber der World Transplant Games. Sie finden erstmals in Deutschland und zum ersten Mal unter Einbeziehung von Publikum statt. Über 1.700 Athleten und Athletinnen aus 60 Nationen treten in 17 verschiedenen Sportarten an. Alle Sportler verbindet eines: Sie leben dank einer Organspende. Und sie nutzen diese zweite Chance, um sportliche Höchstleistungen zu zeigen.

Warum aber Dresden als Austragungsort?

Die Wahl fiel bewusst auf die sächsische Landeshauptstadt und erstmals seit 1978 auch auf Deutschland:

1. Dresden punktet mit kurzen Wegen: Die meisten Sportstätten liegen sehr zentral auf dem Campus rund um den Ostrapark und sind fußläufig gut erreichbar.

2. Unterbringung: Es gibt ausreichende Hotelkapazitäten für Athlethen und Athletinnen, Teams und Gäste.

3. Vor allem aber soll die Veranstaltung gezielt Aufmerksamkeit für das Thema Organspende schaffen. Gerade in Deutschland besteht dringender Handlungsbedarf.

Während Länder wie Spanien mit über 50 Organspendern pro Million Einwohner europaweit Spitzenreiter sind, liegt Deutschland mit nur rund 9 Spendern pro Million Einwohner weit abgeschlagen am unteren Ende der Statistik. Die World Transplant Games wollen deshalb in Dresden und Deutschland ein gesellschaftliches Bewusstsein schaffen: für mehr Spendenbereitschaft, bessere Aufklärung und klare politische Regelungen.

    Gudrun Manuwald-Seemüller, 1. Vorsitzende des Vereins TransDia e.V., und Eberhard Schollmeyer, 2. Vorsitzender, beide selbst transplantiert, berichteten offen und bewegend von ihren persönlichen Erfahrungen. Sie zeigten, wie viel Lebensqualität durch eine Organtransplantation zurückgewonnen werden kann und welche zentrale Rolle der Sport dabei spielt. René Kindermann moderierte den Abend.

    Alle Wettkämpfe sind öffentlich zugänglich, der Eintritt ist kostenlos. Damit setzen die Veranstalter ein starkes Zeichen für Transparenz, Teilhabe und Inklusion.

    „Die Spiele sind nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch ein Fest des Lebens, der Dankbarkeit gegenüber Spenderinnen und Spender und deren Familien und ein Appell an alle, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen“ sagt Eberhard Schollmeyer.

    Weitere Informationen unter: www.wtg2025.com

    Text: Juliane Federowski

    Clubabend „Einhundertvier“

    „Man kann nichts aufmachen, was man nicht einfangen kann“, sagt Johannes. „Aber es ist immer einen Versuch wert“, ergänzt Jonathan.

    Am 19. Mai waren Jonathan Schörnig und Johannes Filous im Presseclub Dresden zu Gast. Als Regisseur und Kameramann vom Dokumentarfilm „Einhundertvier“ sind die beiden Sachsen frischgebackende Grimmepreisträger.

    Denn ihr Film schaut hin. In dem Augenblick, als das Rettungsschiff Eleonore im Mittelmeer ein Schlauchboot mit Menschen sichtet, entsendet es ein kleines Rettungsboot – und multiple Kameraperspektiven werden aktiv. Zwei davon befinden sich an Helmen von Besatzungsmitgliedern, zwei sind fest installiert, zwei flexibel. Mithilfe eines sechsteiligen Splitscreens zeigt der Dokumentarfilm eine Seenotrettung in Echtzeit. Und hat dafür in diesem Jahr den Grimmepreis verliehen bekommen. 

    „Jonathan Schörnigs Film enthält sich jedes Kommentars“, schrieb die Grimme-Jury zu ihrer Begründung, „in den ersten 85 der 90 Minuten entdeckt stattdessen das Publikum in Echtzeit selbst, was bei der späteren Berichterstattung oft übergangen wird: wie gefährlich jede einzelne dieser Rettungsaktionen ist. […] wie verzweifelt jemand sein muss, um eine solche lebensgefährliche Flucht auf sich zu nehmen – und wie ignorant und unmenschlich Europas Staaten sind, den Menschen in Todesgefahr die Hilfe verweigern.“

    Beim Clubabend im 1900 blickten wir darauf, wie ein Dokumentarfilm und die davor zunächst produzierten Beiträge für Funk und Fernsehen auf hoher See und engem Raum entstehen. Wie nah dran eigentlich zu nah dran ist. Und was man mit Journalismus überhaupt noch erreichen kann. Denn auch im letzten Jahr starben oder verschwanden 2600 Menschen bei dem Versuch, die tödlichste Fluchtroute der Welt zu durchqueren.

    „Die Frage kann ich eigentlich nur zurückgeben“, sagte Jonathan nach längerer Bedenkzeit. „Aber es ist immer einen Versuch wert.“

    Text und Fotos: Erik Töpfer

    Clubabend KI im Journalismus

    KI kann enorme Zeiteinsparung bringen, aber es ist kein Selbstläufer

    Macht die Künstliche Intelligenz Journalisten und Journalistinnen bald arbeitslos? Was ist KI? Um diese Fragen ging bei beim Gespräch im Presseclub am 12. Mai.

    Zu Beginn klärte Presseclubmitglied Peter Stawowy, der die Moderation übernommen hatte, die Begriffe: „Künstliche Intelligenz (KI) kann zunächst als die Fähigkeit von Computersystemen definiert werden, Aufgaben auszuführen, die die menschliche Intelligenz erfordern.“ Dazu gehören Lernen, Schlussfolgern, Problemlösen, Wahrnehmung und die Entscheidungsfindung. (Gemini) Eine präzise Definition lasse sich im National Artificial Intelligence Act von 2020 (US) finden, der KI als ein maschinelles System beschreibt, das für eine gegebene Menge menschlich definierter Ziele vorhersagen, Empfehlungen oder Entscheidungen treffen kann, die reale oder virtuelle Umgebungen beeinflussen.

    Stawowy sieht den Begriff Intelligenz in diesem Zusammenhang zugleich kritisch. Die aktuellen Technologien, die als „künstliche Intelligenz“ bezeichnet werden, seien in ihrer Fähigkeit, menschliche Intelligenz nachzubilden, von Natur aus begrenzt. Dennoch ist die Technik weit verbreitet. Als Beispiele seien genannt: digitale Assistenten wie Siri, Alexa, Google Assistant und Cortana, Suchmaschinen-Algorithmen, Soziale Medien/Netzwerke, Autokorrektur bei der Textverarbeitung, Betrugsprävention bei Finanzinstituten, Einsatz für die Diagnose in der Medizin und Robotik-Steuerung bei Montagelinien. Täglich gebe es 130 neue KI-Funktionen.

    Längst Alltag ist die Verwendung von KI bei Thomas Wolf, Chef der Firma publizer GmbH. Er war einst Digitalchef bei der Sächsischen Zeitung, bevor er sich vor etwa zehn Jahren selbstständig machte und unter anderen die Plattform „DieSachsen.de“ als interaktives Online-Angebot entwickelte. Dafür nutzt er unter anderem Beiträge der  Nachrichtenagentur dpa  und veröffentlicht insgesamt  20 bis 30 Texte und Bilder am Tag.

    Durch die Nutzung entsprechender Übersetzungsfunktionen kann publizer die Texte auch schnell in Fremdsprachen veröffentlichen. Das hat auch dem Presseclub Dresden bei der Verleihung des Erich-Kästner-Preises an Natalija Bock geholfen. So konnten wir die Pressetexte sofort auch in ukrainischer Sprache veröffentlichen, erläuterte die stellvertretende Presseclubvorsitzende Sabine Mutschke.

    Thomas Wolf sieht seine Plattform auch als Perspektive für freie Journalistinnen und Journalisten. Hier können Journalisten über einen gesonderten Zugang  ihre Inhalte direkt auf DieSachsen.de veröffentlichen und dabei von der ständig wachsenden Reichweite profitieren. Die KI-Integration unterstützt sie beim Erstellen und Optimieren der Texte.  Das bringe eine enorme Zeitersparnis von mindestens 75 Prozent.

    Einer der Nutzer der Plattform ist Presseclub-Mitglied Ulf Mallek. Seit dem 18. November 2024 veröffentlicht er mit einem kleinen Team von Lokaljournalisten newsorientierte, abofreie Nachrichten für Meißen, Radebeul, Coswig, aber auch Riesa und Großenhain und des gesamten Landkreises Meißen. Die Plattform ermögliche ihm dabei eine hohe Produktivität.

    Aber, da waren sich alle drei Gesprächspartner des Abends einig: KI und das Nutzen von Bots wie etwa ChatGPT und Grok erleichtert die Arbeit. Aber das Problem – der Mensch – sitzt vor dem Computer. Deshalb sei ein genaues Prüfen der Inhalte unabdingbar. „So hatten wir in den neun Jahren am Markt bisher keine Probleme“, versicherte Thomas Wolf. In jedem Fall wird das Thema weiterhin spannend sein.

    Text und Fotos: Bettina Klemm, Antje Herrmann

    Achtung, Werbung: Peter Stawowy veranstaltet am 22. Mai 2025 seine nächste Praxiswerkstatt „KI in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“.

    Clubabend: Sachsens Wirtschaft zwischen Chip-Boom und Fußballfieber

    Im Presseclub Dresden wurde beim letzten Clubabend offen über Chancen, Herausforderungen und Zukunftsfragen der sächsischen Wirtschaft diskutiert – und ganz nebenbei kam auch der Fußball nicht zu kurz. Wirtschaftsminister Dirk Panter, Wahl-Leipziger und seit einigen Monaten im Amt, und Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer der
    IHK Dresden, standen Moderator Andreas Weller Rede und Antwort.

    Panter sieht sein Ministerium als Dienstleister für die Unternehmen im Freistaat. Er betonte, wie wichtig der Austausch mit Kammern, Verbänden und Betrieben ist. Die zentralen Herausforderungen im Land – von der Entwicklung neuer Flächen für die Industrie bis zur moderneren Verkehrsinfrastruktur – habe er im Blick.

    Ein zentrales Thema war die Ansiedlung der European Semiconductor Manufacturing
    Company (ESMC) in Dresden. Panter sprach von der größten industriellen Investition, die Sachsen je gesehen habe: „Die Kräne drehen sich bereits – wir dürfen es jetzt nicht vermasseln!“ Neben Milliardeninvestitionen gehe es jetzt um schnelle Entscheidungen, effiziente Prozesse und passende Infrastruktur – von Ausbildungszentren bis Wohnraum.

    Auch die Gläserne Manufaktur kam zur Sprache. Für Panter hat der Standort weiterhin wirtschaftliches Potenzial, das er gerne in enger Kooperation mit der TU Dresden sieht. Dresden müsse daher klug als Innovationsstandort genutzt werden – mit Raum für wissenschaftliches Ausprobieren. Rohleder begrüßte diese Richtung, wies aber auf die starke Konkurrenz durch VW-Standorte in Niedersachsen hin. Für ihn sei die Gläserne Manufaktur vor allem symbolisch wichtig.

    Rohleder sprach außerdem die Sorgen kleiner und mittlerer Unternehmen an. Viele befürchten, dass sie bei der Fachkräftegewinnung ins Hintertreffen geraten –
    besonders, wenn große Ansiedlungen wie ESMC viele Talente binden. Auch der
    Mangel an Gewerbeflächen sei spürbar. Die Wirtschaftsförderung müsse international agieren, um neue Flächen zu erschließen und zu entwickeln.

    Ein weiteres Thema: die wachsende Unsicherheit durch internationale Handelspolitik. Rohleder warnte vor unberechenbaren Signalen aus den USA, die weit über Zollfragen hinausreichen. Panter ergänzte, dass auch der Konflikt zwischen den USA und China Auswirkungen auf Sachsen habe. Man müsse unabhängiger werden – bei Lieferketten, bei Rohstoffen und in der Industrieproduktion insgesamt.

    Zum Abschluss wurde es sportlich: Panter bekannte sich als großer Fußballfan – mit Freude über den großen positiven wirtschaftlichen Einfluss von RB Leipzig und optimistisch hinsichtlich des möglichen Aufstiegs von Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga.
    Zwei starke Vereine, zwei starke Städte – und ein Sachsen, das näher zusammenrückt.

    Text: Juliane Federowski

    Verleihung „Gradmesser für exzellente Kommunikation“

    Der Presseclub Dresden hat den Pressesprecher der Feuerwehr Dresden Michael Klahre mit dem „Gradmesser – Preis für exzellente Kommunikation“ ausgezeichnet. Damit würdigt der Presseclub die herausragende Krisenkommunikation von Michael Klahre und seinem Team der Öffentlichkeitsarbeit im Brand- und Katastrophenschutzamt der Landeshauptstadt Dresden insbesondere nach dem Einsturz der Carolabrücke am 11. September 2024. Der Preis wurde zum ersten Mal verliehen und beruht auf einer Initiative des Pressesprechers der „Weiße Flotte GmbH“ und Presseclubmitglieds Christoph Springer und des Social Media Experten Andreas Szabo. Der Meißner Künstler Kay Leonhardt wählte für den „Gradmesser“ ein auch als Winkelmesser bekanntes Werkzeug aus, das er in seiner Fasson beschriftet hat.

    „Schnell, verbindlich, transparent und immer ganz nah dran am Geschehen und dem
    Informationsbedürfnis der Medien vor Ort und bundesweit – so haben wir die Kommunikation von Michael Klahre und seinem Team nach dem Einsturz der Carolabrücke erlebt“, erklärt der Co-Vorsitzende des Presseclubs Dresden Tobias Wolf. „Die professionelle Nutzung aller Kanäle von Live Ticker über die klassischen Medien bis hin zu Social Media hat Maßstäbe gesetzt und große Anerkennung nicht nur in unserer Branche, sondern auch in der Bevölkerung gefunden. Das war preisverdächtig, und der „Gradmesser für exzellente Kommunikation“ des Presseclubs Dresden zeichnet diese Leistung aus.

    Die vollständige Pressemeldung lesen SIe hier

    Fotos: Anke Wolten-Thom