„Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990“

Wissenschaftler aus Jena, Leipzig und Österreich haben die Ergebnisse eines spannenden Projektes vorgelegt: Sie haben untersucht, welches Bild überregionale Medien von den Ostdeutschen zeigen. Daraus ist nun ein Buch entstanden mit dem Titel „Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990“.

Die Ergebnisse, die in der Pressemitteilung angeschnitten werden, sprechen eine deutliche Sprache: Am traditionellen Bild der „Ossis“ habe sich auch zwei Jahrzehnte nach der Wende nichts verändert. Und weiter: „Die taz porträtierte Ostdeutsche häufig als ‚von der Diktatur deformierte, autoritäre Persönlichkeiten‘. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) wiederum kritisierte regelmäßig, dass sich die Ostdeutschen zu wenig mit der Bundesrepublik identifizierten. Im F.A.Z.-Diskurs tauchen die Ostdeutschen daher häufig als unbelehrbare Nostalgiker auf, die der Demokratie fernstehen.“

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Verfassungsmedaille für Reiner Burger, FAZ

Der ehemalige FAZ-Korrespondent für Sachsen, Reiner Burger, hat am Samstag die sächsische Verfassungsmedaille verliehen bekommen. Die Auszeichnung, vergeben von Landtagspräsident Erich Illtgen, ist „neben dem Sächsischen Verdienstorden die wichtigste staatliche Auszeichnung, die in Sachsen vergeben wird“, heißt es auf den Seiten des Landtags.

Burger erhalte die Auszeichnung für seine Berichterstattung, zitiert SZ-Online eine dpa-Meldung. Er ist der einzige Journalist unter den diesjährigen sechs Empfängern der Medaille.

Reiner Burger, Jahrgang 1969, berichtete von Oktober 2001 bis März 2009 als politischer Korrespondent der FAZ aus Sachsen. Seit April 2009 arbeitet er als FAZ-Landeskorrespondent für Nordrhein-Westfalen, wie aus seiner Vita bei FAZ.net hervorgeht.

Ignorieren, gleichbehandeln, bekämpfen? Medien und die NPD

2009 ist ein Superwahljahr. Auf allen Ebenen werden die Parlamente vom Wähler neu besetzt, darunter auch der Sächsische Landtag. Seit die NPD 2004 mit 9,2% der Stimmen ins sächsische Hohe Haus eingezogen ist, ist das Naziproblem in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Mittlerweile kann sich kaum jemand mehr der Frage verschließen, wie es gelingen kann, die braunen Hetzredner 2009 endlich wieder aus dem Landtag zu vertreiben. Dies liegt in erster Linie in der Verantwortung der Politik. Jedoch sind auch Medien als Vermittler zwischen Wähler und Politikern in der Pflicht – bestimmen sie doch ganz wesentlich, welches Bild von der NPD die Öffentlichkeit geboten bekommt.

Doch ist es überhaupt legitim, als Medienmacher auch nur darüber nachzudenken, was man bei der Berichterstattung bei den Neonazis anders machen könnte, vielleicht sogar müsste? Weiterlesen

„FAZ“: GEZ verlangt Rundfunkgebühren von Adam Riese

Leseempfehlung: Rainer Burger hat in der „FAZ“ eine unterhaltsame Fehlleistung der GEZ aufgeschrieben. Die Einrichtung, die im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender die Rundfunkgebühren eintreibt, hat an Adam Riese in der Johannisgasse 23 im sächsischen Annaberg-Buchholz einen Brief geschrieben.

Zitat aus der „FAZ“: „Auch wenn Herr Ries weder Radios, Fernsehgeräte noch neuartige Rundfunkgeräte bereithalte oder nutze, solle er doch umgehend auf dem beigelegten Formular ‚in Blockschrift in den Farben Blau oder Schwarz‘ antworten, bittet die GEZ. In Vertretung von Ries tat dies Annegret Münch. Herr Ries habe keinen Wohnsitz in der Johannisgasse 23; dort befinde sich vielmehr das Adam-Ries-Museum. Im Übrigen sei Ries vor 450 Jahren gestorben, ‚wie uns aus einem an den sächsischen Kurfürsten August gerichteten Schriftstück bekannt ist‘, schrieb die Leiterin des Ries-Museums.“

Der Artikel trägt den Titel: „GEZ rechnet mit Adam Riese„.

Kommt die Zukunft der Zeitung aus Dresden?

Mitte September startet die Plastic Logic GmbH in Dresden die Produktion eines flexiblen Displays, dass langfristig die Lesegewohnheiten grundlegend verändern könnte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ beschreibt das Display wie eine „biegsame Folie (…), die ein bisschen aussieht wie der stärkere Einband eines Schnellhefters.“

Das Display ist extrem leicht, tragbar, flexibel und ermöglicht das Lesen unterwegs – die große Furcht aller Zeitungsmacher, eines Tages papierlos zu sein, rückt damit ein deutliches Stück näher. Weiterlesen

Sachsensumpf: kaum Selbstkritik der Medien

„Es hing eher von der persönlichen Einschätzung der jeweiligen Korrespondenten ab, welche Bedeutung sie ersten Hinweisen auf ‚vergiftete‘ Verfassungsschutzakten beimaßen“, schreibt Michael Bartsch am 24. Juni 2008 in der taz. Für seinen Bericht hat er sich den Umgang verschiedener Print-Medien wie Leipziger Volkszeitung, Sächsische Zeitung, FAZ, Spiegel u.a mit dem angeblichen Sachsensumpf angeschaut – um festzustellen: „Pflichtgemäß wurde im Konjunktiv über die Verdächtigungen berichtet.“ „Selbstkritik“der Medien für die Panikmacher suche man allerdings vergebens, so Bartsch unter der Überschrift: “ Sachsensumpf war nur ein Tümpel„.

Presseschau: Die FAZ zum „Sachsensumpf“

Presseschau – „Immer drängender stellt sich die Frage, warum Roth nicht – schon aus Selbstschutz – einfachste journalistische Handwerksregeln beherzigte, sondern auf Skandalisierung ohne Netz und doppelten Boden setzte“, schreibt Reiner Burger am 3. April 2008 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter der Überschrift „Der Sachsensumpf ist ausgetrocknet„.