Rückblick September und Oktober 2026

Der Presseclub lebt von Begegnungen, die Perspektiven erweitern, Hintergründe sichtbar machen und den offenen Dialog fördern. Genau das haben die vergangenen Wochen eindrucksvoll gezeigt. Ob die finanzielle Zukunft Dresdens, die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der Neubau der Carolabrücke oder die Frage, wie widerstandsfähig unsere Gesellschaft in Krisenzeiten ist: Unsere Clubabende boten spannende Einblicke, kontroverse Diskussionen und die Möglichkeit, mit Entscheidern und Experten direkt ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie wertvoll persönliche Begegnungen und der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen sind.

Den Auftakt machte am 21. September Oberbürgermeister Dirk Hilbert, der sich den Fragen unserer Mitglieder zur angespannten Haushalts- und Finanzlage der Landeshauptstadt stellte. Im Mittelpunkt standen die geplanten Maßnahmen des Haushalts 2027/2028, darunter mögliche Erhöhungen von Grundsteuer, Parkgebühren und Kita-Beiträgen sowie der geplante Stellenabbau in der Verwaltung. Gleichzeitig wurde über langfristige Projekte wie die Bundesgartenschau 2033 und die Zukunft des Fernsehturms diskutiert. Der Abend machte deutlich, vor welchen schwierigen Entscheidungen die Stadt steht und wie groß das Interesse an einem offenen Austausch über Dresdens Zukunft ist.

Am 28. September führte uns ein Clubabend an einen besonderen Ort: in die Räumlichkeiten von TSSB Architekten. Dort stellte Jan Tröber den Siegerentwurf für den Neubau der Carolabrücke vor. Zwei Jahre nach dem Einsturz der Brücke erhielten unsere Mitglieder exklusive Einblicke in den deutschlandweit beachteten Planungs- und Auswahlprozess. Diskutiert wurden die zentralen Merkmale des Entwurfs, die nächsten Planungsschritte sowie die Herausforderungen auf dem Weg zur Umsetzung. Der Abend bot die seltene Gelegenheit, ein Projekt kennenzulernen, das die Entwicklung der Stadt über Jahrzehnte prägen wird.

Am 5. Oktober war Andreas Fritsch, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Sachsen, zu Gast im Presseclub. Rund ein Jahr nach seinem Amtsantritt zog er Bilanz und sprach über die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher und medialer Veränderungen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der Zukunft des MDR, den Auswirkungen des Spardrucks und der Aufgabe unabhängiger Medien in einer zunehmend fragmentierten Informationslandschaft. Die lebhafte Diskussion zeigte, wie wichtig vertrauenswürdiger Journalismus und glaubwürdige Medien gerade in bewegten Zeiten sind.

Den Abschluss des Rückblicks bildet unser besonderer Clubabend Ende Oktober mit dem finnischen Botschafter Kai Sauer. Gemeinsam mit Oberst Marco Tkotz, Chef des Landeskommandos der Bundeswehr Sachsen, und Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz wurde über Zivilschutz, Krisenvorsorge und gesellschaftliche Resilienz diskutiert. Ein zentrales Fazit des Abends war, dass Finnlands Stärke nicht allein auf organisatorischen Strukturen beruht, sondern auf einem gesellschaftlichen Selbstverständnis, das Sicherheit als gemeinsame Verantwortung von Staat, Wirtschaft, Hilfsorganisationen und Bevölkerung versteht. Zugleich wurde intensiv darüber gesprochen, welche Ansätze auf Deutschland übertragbar sind und welche Rolle Kommunikation, Aufklärung und gesellschaftlicher Zusammenhalt für die Bewältigung von Krisen spielen.

Die Clubabende im September und Oktober haben einmal mehr gezeigt, wofür der Presseclub steht: für den direkten Austausch mit Entscheidern, für Einblicke hinter die Kulissen relevanter Entwicklungen und für offene Diskussionen über die Themen, die unsere Stadt und unsere Gesellschaft bewegen.